Archiv der Kategorie: SOOC1314

SOOC1314 – was hat’s mir gebracht?

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Jetzt ist der SOOC1314 auch fast schon wieder rum. Am Anfang war ich ja skeptisch: Social Media und Lernen, geht das überhaupt zusammen? Wie soll sowas aussehen? Ist das nicht nur ne fixe Idee, erdacht von Leuten, die ihren Facebook-Konsum rechtfertigen wollen…?

Verfliegende Skepsis

Schon nach dem Einführungsworkshop in Dresden war mir klar: so einfach ist das Ganze nicht. Im Gegenteil, in Möglichkeiten wie MOOCs und OERs stecken jede Menge Arbeit (vielleicht sogar mehr als bei herkömmlichem „Unterricht“) und viel Herzblut.

Ich wollte den SOOC also als Herausforderung für mich selbst begreifen und entsprechend rangehen. Gleich im ersten Themenblock ging es ans Eingemachte: Lernen und Lehren 2.0: (Lern-)Theorien und Gestaltungsansätze war das Thema, und es standen einige Aufgaben zur Auswahl. Dort ist mir besonders das tolle Konnektivismus-Video von ejuba in Erinnerung geblieben. Mein Beitrag zur PLE gefällt mir nach wie vor sehr gut, auch wenn man dort sicher noch mehr in die Tiefe gehen kann. Aber ich hatte mich ja bewusst für diese Herangehensweise entschieden.

Schwer beeindruckt

Der zweite Themenblock ist mir auf mich den tiefsten und nachhaltigsten Eindruck von allen gemacht, und damit bin ich sicher nicht allein. Der Vortrag von Marius Melzer vom CCC… ehrlich, muss ich noch was dazu sagen? Also gut, weil’s so schön war: SPITZENKLASSE!!! Sein Vortrag hat bei mir ja direkt zu Konsequenzen geführt, und die Umstellung auf Linux habe ich bisher keine Sekunde bereut. Dieser Themenblock hat auch meinen wohl kreativsten Beitrag hevorgebracht, ein Gedankenexperiment: was wäre, wenn jeder bloggt?

Im zweiten Blog gab es auch noch einen zweiten Vortrag, bei dem es neben einem ersten Einstieg in OERs um die Nutzung von CC-Lizenzen ging. Die waren am Anfang für mich ganz schön verwirrend, aber mittlerweile habe ich sie so verinnerlicht, dass mir der Gedanke daran grade erst beim Kontrolllesen dieses Blogeintrags kam. Eigentlich ja ein schönes Kompliment… 😉

To be continued

Im Gegensatz dazu ist bei mir aus der Live-Session des dritten Themenblocks nicht so viel hängen geblieben, aber es war ja auch ein schweres Erbe. Der dritte Block war insofern interessant als das ich erfahren habe, dass ich mein Vater bin 😉 Aber auch inhaltlich hat es mir viel gebracht. Mit OERs hatte ich mich vorher überhaupt nicht beschäftigt, und mir war auch nicht wirklich klar, dass es sowas gibt. Aber bis letzten Oktober kannte ich ja auch keine MOOCs. OERs sind ein Thema, dass bei mir für die vorlesungsfreie Zeit nochmal auf der Agenda steht, da fühle ich mich einfach noch nicht sehr sattelfest. Aber da kann ich ja glücklicherweise auch nochmal auf die Materialien aus dem SOOC zurückgreifen.

Und im letzten Block? Der Vortrag war spannend, weil ich mich dieses Semester in einem Seminar von Dr. Zeuner ebenfalls mit E-Portfolios beschäftige(n musste). Da war es sehr aufschlussreich zu sehen, wie weit das Ganze andernorts schon gekommen ist. Ich selbst bin ja seit diesem Semester gelinde gesagt glühend begeistert von MOOCs, E-Portfolios, sozialen Medien und Vernetzung 😉 So einen Sinneswandel hätte ich jedenfalls nicht erwartet.

Lob und … keine Kritik

Und was hat mir am besten gefallen? Da gab es einfach zu viel, um alles zu nennen. Positiv überrascht hat mich auf jeden Fall die recht enge Vernetzung der Teilnehmer untereinander, man hat recht schnell Leute gefunden, die auf einer ähnlichen Wellenlänge liegen. Und das, obwohl fast alle Teilnehmer nicht unter ihrem Klarnamen agieren. Auch die Gastgeberinnen waren immer präsent und haben immer wieder gute Anregungen gegeben. Es war auch spannend, die Meinung der anderen zu lesen, vor allem rumbelwumbels Beitrag zum Thema „Verenglischung“ hat für Wirbel gesorgt.

Kritik am SOOC kann ich kaum anbringen. Wie bereits erwähnt, war ich immer wieder positiv überrascht. Der einzige Kritikpunkt aus meiner Sicht wäre, dass der SOOC schon vorbei ist 😦

Mein Favorit

Zum Abschluss noch der Link zu meinem absoluten Lieblingsbeitrag im SOOC: And the Oscar goes to…. EJUBA 😀 Ihr tolles Hörspiel zum Thema lebenslanges Portfolio ist echt fantastisch, und die Kommentare geben das auch gut wieder. Unbedingt anhören!  Für mich ist das sozusagen das abschließende Feuerwerk 🙂

CC BY-NC-ND 2.0 by Madhan Kumar

CC BY-NC-ND 2.0
by Madhan Kumar

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Alles Gephi, oder was?

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familie

Ja, was ist das denn? Schick sieht es ja schon aus, aber hat das einen tieferen Sinn, vom künstlerischen mal abgesehen…?

Hat es. Für den letzten Themenblock des SOOC1314 habe ich mich mal mit der OpenSource Software Gephi beschäftigt. Quelloffen ist ja immer gut, wenn wir uns an dieser Stelle an den Vortrag von Marius Melzer vom CCC erinnern, über den ich hier geschrieben habe. Nun also Gephi. Was ist denn das schon wieder?

Netzwerkanalyse mit Gephi

Gephi ist ein Programm zur Visualisierung von Netzwerken jeder Art. Zuerst sah es ziemlich verwirrend aus, aber mit dem Tutorial-Video kann man sich schnell einarbeiten. Dort wird beschrieben, wie man seine Facebook-Daten mit Gephi veranschaulicht. Das habe ich zwar auch gemacht, aber da ich Facebook nur sehr eingeschränlt nutze, ist das bei mir nicht sehr aussagekräftig.

Stattdessen habe ich versucht, selbst ein Netzwerk mit Gephi zu erstellen. Bei der Beschreibung im oben erwähnten Video liegt ja eine Datei zugrunde, mit deren Hilfe Gephi selbst das Netzwerk anzeigt, man kann dann nur verschiedene Layouts laufen lassen und nach unterschiedlichen Parametern filtern. Wenn man selbst das Netzwerk erstellt, fängt man sozusagen bei Null an.

Netzwerke selbst erstellen

Der Einfachheit halber habe ich mich entschieden, meine Familie als Grundlage für das Netzwerk zu nehmen. Die ist groß und relativ unübersichtlich, und ich war gespannt, was Gephi daraus machen würde. Die Knoten des Netzwerkes zu erstellen ist einfach, man geht einfach im Menü Data Laboratory auf „add node“ und gibt den Namen des Knotens, in dem Fall der Person, ein. Unter Overview werden die einzelnen Knoten angezeigt. Dort kann man sie auch mit Hilfe eines Mauswerkzeugs verbinden. Die Verbindung ist prinzipiell auch im Data Laboratory unter „add edge“ möglich, dort muss man aber die zu verbindenden Knoten in einem Dropdown-Menüü auswähle, das wird recht schnell unübersichtlich.

Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. …

Die ganzen Knoten zu verbinden ist recht viel Klickerei und manchmal auch verwirrend, aber es hilft, wenn man zwischendurch mit den verschiedenen Möglichkeiten im Layout-Menü etwas rumspielt. Dadurch kommen miteinander verbundene Knoten auch näher an einen Fleck. Je mehr Verbindungen ein Knoten hat, desto mehr rückt er ins Zentrum des Netzwerks. Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass alle bestehenden Verbindungen eines Knotens hervorgehoben werden, wenn man ihn mit dem Mauszeiger berührt. Das führt zu einem wesentlich besseren Überblick.

Wenn man dann glaubt, alle Verbindungen zu haben, kann man verschiedenes damit anstellen. Man kann zum Beispiel zusammengehörende in gleichen Farben darstellen lassen, und man kann die Knotengröße umsetzen. Rein- und rauszommen sowieso, und auch sonst ist die Bedienung nach etwas Einarbeitung relativ unkompliziert.

Wie sieht denn das ganze nun aus? Momentan so hier:

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Je nach verwendetem Algorithmus sieht auch die Darstellung anders aus. Das Bild am Anfang dieses Beitrags ist aus exakt den gleichen Daten entstanden, allerdings noch nicht nach Größe gewichtet und mit einem anderen Algorithmus dargestellt. Welchen man nimmt, ist davon abhängig, was genau man darstellen möchte. Auf dem obigen Bild kann man die einzelnen Teile meiner Familie schon ganz gut farbig unterscheiden.

Nur ein Spielzeug?

Eine schöne Spielerei ist Gephi also auf jeden Fall. Und der tiefere Sinn? Mit einem solchen Programm kann man eigentlich jedes Netzwerk analysieren und daraus Schlussfolgerungen ableiten. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass hinsichtlich der Learning Analytics Daten aus sozialen Netzwerken ausgewertet werden können, um zu sehen, wer mit wem verbunden ist und so Ansatzpunkte für neue Möglichkeiten des Lernens und Lehrens zu finden. Auch die Datenmenge selbst könnte aufschlussreich sein: man könnte etwa auf die Idee kommen, dass jemand wie ich, der kaum bis überhaupt nicht in sozialen Netzwerken unterwegs ist, anders lernt als jemand, der diese intensiv nutzt. Allerdings glaube ich kaum, dass das eine fundierte Schlussfolgerung ist.

Und im Einsatz?

Gephi kann ich mir vor allem in anderen Kontexten des Lernens und Lehrens vorstellen. Es bietet die Möglichkeit, komplexe Netzwerke anschaulich zu machen, unabhängig davon, um was für eine Art Netzwerk es sich handelt. Die Variante der Visualisierung meiner chaotischen Familienverhältnisse ist nur eine Idee. Für meinen persönlichen Lernzusammenhang in den Geisteswissenschaften kann mich mir beispielsweise vorstellen, komplexe Figurenkonstellationen mit Gephi zu erstellen, oder einfach komplizierte Kausalzusammenhänge anschaulicher zu machen.

Insgesamt fällt es mir schwer, mir einen konkreten Einsatz von Programmen wie Gephi vorzustellen. Aber wie bereits erwähnt kann ich mir generell nur schwer vorstellen, wo und wie Learning Analytics wirklich eingesetzt werden. Das bedarf noch mehr Anlesen, und vielleicht hilft da ja auch der Expertenvortrag am Dienstag weiter.

Learning Analytics und E-Portfolio – als Digitalmuffel?

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Nach einer kurzen Einstimmung machen wir beide uns also direkt wieder an die Arbeit.

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Im letzten Themenblock des SOOC1314 geht es um Methoden zur Beobachtung und Analyse digital vernetzter Lernprozesse, wie beispielsweise E-Portfolios und Learning Analytics. Unter letzterem kann ich mir irgendwie noch nichts richtig vorstellen. Ich weiß nur, dass es sich dabei um die Erfassung und Analse von Daten über Lernende und ihre Umgebung handelt. Ziele dabei sind ein besseres Verständnis vom individuellen Lernprozess und seiner Umgebung. Dies soll auch genutzt werden, um eben diesen Prozess und seine Umgebung zu verbessern.

E-Portfolios an der TU Dresden

E-Portfolios sind mir da schon vertrauter. In diesem Semester nutzt einer meiner Dozenten diese Funktion in OPAL zum Erbringen der Prüfungsleistung. Das läuft im Rahmen eines TUDfolio-Projektes und hat mich genauso positiv überrascht wie der SOOC. Ich habe ja schon an verschiedenen Stellen erwähnt, dass ich der zunehmenden Digitalisierung der Welt eher kritisch gegenüber stehe und prinzipiell damit nicht so viel anfangen kann. Dachte ich.

Die E-Portfolios auf OPAL sind eine echte Alternative, wenn auch die Funktion nicht grade intuitiv bedienbar ist. TUDfolio und allen voran Andrea helfen da aber weiter. Dafür auch von dieser Seite mal ein DANKE!

Im konkreten Fall läuft das so, dass der Dozent Portfolio-Aufgaben bereitstellt, welche per Mausklick abgeholt und anschließend bearbeitet werden können. Die Aufgabenstellungen sind dabei abhängig vom Wochenthema des Seminars. Entsprechend der Aufgabenstellung werden dann verschiedene Artefakte ins Portfolio eingebungen: Links beispielsweise oder Dokumente. Man kann auch ein eigenes Lerntagebuch anlegen, sozusagen eine Art Mini-Blog, der nur auf der Lernplattform verfügbar ist und auch dann nur an der Stelle, wo man ihn einbindet. Hier kann man über Gelesenes reflektieren oder seine eigenen Erfahrungen und Meinungen einbringen.

Nach dem Freigeben der Sammelmappe können dann andere ihre Kommentare da lassen, je nachdem, für wen man die Mappe freigegeben hat. Ob man eine bestimmte Person, eine Gruppe oder gleich alle OPAL-Nutzer wählt, muss jeder selbst von Fall zu Fall unterscheiden. Das Feedback könnte manchmal etwas umfangreicher sein, aber das liegt sicher auch daran, dass viele sich erst mit dieser Art der Aufgabenstellung anfreunden müssen.

Ist das was für mich?

Mir kam es bei meinem Lernen allerdings sehr entgegen. Ich teile mir meine Zeit lieber so ein, wie ich es brauche, ich muss mich sehr stark organisieren, um neben dem Studium alles unter einen Hut zu bekommen. Und das E-Portfolio nimmt schonmal ziemlich Druck aus der Prüfungszeit. Es ist ein gutes Gefühl, kurz vor Beginn der Prüfungen zu wissen, dass man eine Prüfungsleistung schon im Semester fertig gemacht hat.

Das läuft allerdings kontinuierlich. Man setzt sich ja im Verlauf eines Seminars meist eh mit einigen Themen intensiver auseinander. Daran ändert sich in dem Fall nichts, nur dass es als Prüfungsleistung anerkannt wird. Ich hätte am liebsten nur noch solche Seminare! Am besten gleich kombiniert mit MOOCs… Also vermutlich ein 180°-turn 🙂

Lebenslange Portfolios?

Und wie kann man nun solche Tools ganz allgemein fürs Lernen, vielleicht sogar fürs LEBENSLANGE Lernen nutzen? Portfolio-Arbeit fängt ja heute schon bei den Kleinsten an. Wie sinnvoll man das findet, muss wieder jeder selbst entscheiden. Ich sage nur soviel: ich finde Portfolios sehr sinnvoll, aber wenn die Kindergärtnerin schon für 15 Kinder welche führen muss, soll sich das auch in der Betreuung wiederspiegeln. Da sollte man mal darüber nachdenken, mehr Leute auszubilden und einzustellen und vernünftig zu bezahlen, als den immer weniger werdenden immer mehr Arbeit aufzuhalsen, wie gut und wichtig auch immer diese ist… Mehr sag ich nicht 😉

Hello again

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Und weiter gehts…

Nach einer längeren Pause über Weihnachten und den Jahreswechsel geht es nun mit frischer Energie an den letzten Themenblock des SOOC1314. Echt?! Schon der letzte? Och menno…

Herr Fuchs scheint sich auch gut erholt zu haben, alle Knochen sind noch heil und keine Extremitäten abgefroren, sodass ich wieder auf seine Unterstützung hoffen kann. Im Urlaub hatte er zumindest seine Ruhe vor mir, ich kann und will nämlich nicht Ski fahren. Ich bin eher Typ „Winterschlaf“.

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SchnOERzeljagd mit Herrn Fuchs

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Nachdem ich mal Andreas Aufgabe zur SchnOERzeljagd im letzten SOOC ausprobiert habe, wollte ich das Ganze mal selbst ausprobieren. Auch ich habe LearningApp ausprobiert. Einerseits, weil ich dieses als Werkzeug überhaupt nicht kannte, und andererseits, weil mich die Vielfalt der Erstellungsmöglichkeiten beeindruckt hat. Raus gekommen ist ein relativ kurzes Rätsel, zu dem es hier oder über das Bild geht. Bildschirmfoto - 13.12.2013 - 13:21:33 Ich bin gespannt, wer es knacken kann 🙂 Wer es schafft, bekommt vielleicht einen Gruß von Herrn Fuchs 😉 Und wenn es gar nicht weitergeht, kommentiert doch einfach hier. Viel Spaß!

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Guess who’s back…

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Wer hat sich denn da in die SLUB geschlichen? Vermutlich war Herr Fuchs das Umzugschaos und nicht vorhandene Internet zu Hause leid und ist einfach in meinen Rucksack gehopst. Und ich wundere mich noch, warum der so schwer war…

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Den Einstieg in den dritten Themenblock des SOOC1314 hat er ja leider nicht mitbekommen. Aber neugierig ist er ja schon – was sind eigentlich diese OERs, von denen hier immer die Rede ist?

Dabei handelt es sich um offene Bildungsressourcen, also zum Beispiel Unterrichtsmaterial, das frei im Web zur Verfügung steht. Jeder kann darauf kostenfrei zugreifen, es vervielfältigen, und unter Umständen darf man es sogar verändern und wieder veröffentlichen. Natürlich kommen an dieser Stelle wieder die allseits beliebten CC-Lizenzen ins Spiel 😉 Die wurden ja schon im letzten Themenblock besprochen und sind hier wieder besonders wichtig, weil sie zeigen, ob ich das Material zum Beispiel verändern darf oder nicht.

Eine schöne Einführung ins Thema bietet das Video vom COER13. Darin werden auch die Merkmale und Vorteile von OERs kurz und knackig genannt. Interessant fand ich auch ein Video mit dem Titel „OER-Freie Bildung“. Beim Anschauen hat sich mir aber eine Frage gestellt: Ziel ist ja, diese Materialien allen zur Verfügung zu stellen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es grade in Entwicklungsländern – wo diese Art der Bildung ja besonders wichtig wäre – schwer ist, an die Materialien ran zu kommen, sei es mal nur technisch, weil es kaum Zugang zum Internet gibt. Vielleicht irre ich mich ja, aber ich glaube kaum, dass irgendwo im afrikanischen Nirgendwo jeder aufs Internet zugreifen kann. Andererseits nimmt die Verbreitung ja täglich zu, und die hinter den OERs stehende Idee finde ich fabelhaft!

Einen guten Einstieg, wenn man OERs sucht, bietet übrigens folgende Seite. Dort wird eine Vielzahl an Möglichkeiten aufgelistet, wie man freies Material im Internet finden kann. Herr Fuchs und ich werden uns gleich mal an die Arbeit machen, um zu sehen, was wir so schönes ausbuddeln können.

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Ich bin ein Mann. Und um die 40…. Was Google und Facebook wirklich wissen

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Ah ja, mir ist grade einiges klar geworden. Ich hab mich ja immer gefragt, warum ich beim Surfen dauernd irgendwelche nackigen Frauen und aufgemotzte Autos anglotzen muss. Heute habe ich mich durch den SOOC1314 mal selbst gestalkt.

Als erstes habe ich mir die Google-Anzeigeneinstellungen vorgenommen. Mein darauf folgender Lachanfall war mehr als herzhaft 😀

Laut Google bin ich also ein 35 bis 44 Jahre alter MANN, der auf American Football, Autos und Fahrzeuge, Smartphones, Rap, Fernsehwerbung und Tuning steht. Das wollen die aus meinen Aktivitäten bei Youtube und durch die besuchten Webseiten rausgefunden haben.

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Bitte?! Nicht nur, dass ich definitiv kein Mann bin, die 30 noch nicht ganz in greifbarer Nähe ist und ich überzeugter Busfahrer bin. Wenn ich mir meinen Verlauf bei Youtube so ansehe, erscheinen da vor allem Videos wie „Peter Alexander und Roy Black schmücken den Weihnachtsbaum“, „Dieter Hildebrandt – Reif und bekloppt (2011)“, Blitzkrieg Bop von den Ramones, diverse extra3-Songs, jede Menge Schlager aus den 20ern und 60/70ern und drumherum, Klassik, Shows von Hans Liberg, verschiedene Militärmärsche, der Titelsong von „Dad’s Army“, verschiedene Werbespots von Molson Canadian... Hey, das erklärt zumindest die „Fernsehwerbung“, daran hab ich gar nicht mehr gedacht. Die Werbespots habe ich mir angeschaut, weil wir die in einer Übung zu Kanada behandelt hatten, und die irgendwie richtig gut sind. Also, Fernsehwerbung ist genehmigt, wenn auch zähneknirschend. Sonst hat es aber wenig mit dem zu tun, was ich laut der Anzeigeneinstellung für Interessen habe.

Aber was bitte ist „Lets Play Pikmin“ ?! Oer „Sido – so wird das neue Album“? Sehr schön ist sicher auch „Verfolgungsjagd auf der Autobahn Dortmund Richtung Hamburg mit Tempo 180 kmh“… HÄ? Das alles hab ich definitiv nie angeschaut. Mir liegt nun mal gar nichts daran, irgendwelchen Idioten dabei zuzusehen, wie sie sich und andere gefährden… Mich wundert nur, dass diese vielleicht zwanzig Videos sich so auf das Profil auswirken. Ich hätte eher was in Richtung 65 – 75 Jahre alt, weiblich, Interesse an Volksmusik, Militär und Satire erwartet. Komisch. Und was diese Videos betrifft… da muss ich wohl mal mein Passwort ändern. Ich weiß genau, wer sich bei uns die Raser und Spielanleitungen ansieht 😉

Das zweite getestete Tool ist der Report über die Facebook-Daten von wolframalpha.com. Erst hab ich das nicht so richtig hinbekommen, aber nach der Registrierung hat es funktioniert – und mich erstaunt. Meine Freundesliste ist eher übersichtlich, die meisten da drauf sind eh Relikte der Vergangenheit, wirklich noch Kontakt hab ich vielleicht mit 10 Personen, großzügig geschätzt. Dank wolframalpha weiß ich jetzt aber, dass der überwiegende Teil meiner Freunde weiblich ist, wer der Älteste und Jüngste ist, ich kenne diverse Beziehungszustände, weiß, wer am weitesten entfernt wohnt (in verschiedenen Richtungen) und wie spät es da ist, wer demnächst Geburtstag hat, die häufigsten Vor- und Nachnamen, wer die meisten Freunde hat… 576?! Echt jetzt? Näääääää….

Soweit also nichts, was man nicht aus den Profilen rauslesen könnte, mit viel mehr Zeitaufwand natürlich. Aber die Grafiken sind interessant: da wird die Vernetzung aller meiner „Freunde“ untereinander angezeigt. Nach zusammengehörigen Gruppen geordnet, und farblich abgesetzt. Familie ist bei mir beispielsweise 18% und grün.

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mein von wolframalpha.com erstelltes Facebook-Freunde-Netzwerk

Aber warum packt wolframalpha meine ungarische Freundin, die ich seit einem Austausch in der 9. Klasse kenne, zu Familie? Ist jetzt ja nicht so verkehrt, aber trotzdem, welche Kriterien werden da angelegt? Oder warum taucht da der Kumpel von meinem Bruder auf? Ah, Erkenntnis: scheinbar werden alle gemeinsamen Freunde von mir und meinem Bruder als Familie gewertet. Jetzt wohne ich zwar in einem Dorf, und wenn man sich genug Mühe gibt, kann man beweisen, dass wir hier alle verwandt oder verschwägert, kurz gesagt total versippt sind. Aber meines Wissens habe ich zwar viele Verwandte, aber fast niemand ist beim Gesichtsbuch, und umgekehrt sind die dort angezeigten Familienmitglieder nur in zwei Fällen wirklich welche.

Dann wird mir noch angezeigt, wer von meinen Freunden viele bzw. wenige Freunde mit mir teilt, wer als Verbindung zwischen Gruppen von Freunden agiert und wer viele bzw. wenige Freunde hat, die ich nicht kenne. Interessant, mal sich selbst zu stalken 😉

So als Fazit bleibt, dass ich beide Tools ziemlich interessant finde, und grade die Anzeigeneinstellungen werde ich mir wohl mal öfter vornehmen, um zu sehen, ob sich da was ändert. Da ich jetzt aber nicht wirklich aktiv bei Facebook bin, ist vielleicht nicht so viel Interessantes dabei. Ich bin gespannt, wie das bei den anderen Teilnehmern aussieht. Hatten wir nicht jemanden dabei, der sich als Facebook-addicted bezeichnet hatte…? Ich würde ja gern mal so ein Netzwerk von über fünfhundert Personen sehen 😀

Zum Schluss habe ich mich mal an eine kleine Umfrage gewagt. Mich würden die Ergebnisse eures Besuchs bei den Anzeigeneinstellungen interessieren. Hat das gepasst? Oder – wie bei mir – überhaupt nicht? Ich bin neugierig! Danke, wenn ihr euch die Zeit nehmt.

Jeder bloggt…?

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5. Dezember 2038

Grade aufgestanden, schalte ich meinen PC an. Was für eine antiquierte Bezeichnung, noch aus dem letzten Jahrtausend. Das reinste Fossil. Ich öffne den Startbildschirm, mal sehen, was es so neues gibt. Als ich noch jung war, hätten wir uns nie träumen lassen, wie dominant das Internet mal werden würde. Heute besteht der Alltag aus Hablosts, halbautomatisch generierten Blogbeiträgen, die jeder Mensch der westlichen Hemisphäre absondert, und jeder ist verpflichtet, täglich eine gewisse Anzahl der Hablosts anderer Leute zu lesen.

Auf meinem Startbildschirm erscheint mein Tagespensum. Jedem sind bestimmte Personen zugeordnet, die man in der Regel nie persönlich trifft, aber im Laufe der Zeit so gut kennenlernt, als gehörten sie zur Familie. So wird gewährleistet, dass keine Informationen verloren gehen und alle Hablosts wirklich gelesen werden, statt in den unendlichen Weiten des Netzes zu verschwinden.

Vielleicht noch ein paar Worte zu den Hablosts generell: seit einigen Jahren sind sie der letzte Schrei, die Regierungen schwören darauf, und alle machen bei diesem Trend mit, mehr oder weniger freiwillig. Jeder in unserem Kulturkreis hat mittlerweile einen Optimierer im Daumengelenk, einen kleinen Chip, auf dem die wichtigsten Daten gespeichert sind, und der automatisch Nachrichten ins Hablome, die Heimumgebung der betreffenden Person, lädt. Dazu gehören beispielsweise Aufzeichnungen über Gewicht, Alter, Flüssigkeitsaufnahme, Nahrung (wann und was), Aufenthaltsort und Stimmung. Der Optimierer wird niemals abgeschaltet und die so gesendeten Daten werden von großen Unternehmen hauptsächlich zu Werbezwecken ausgewertet. Trotzdem werden sie für die Leser angezeigt.

Darüber hinaus muss man selbst täglich mindestens einen Hablost absetzen, den man relativ frei formulieren kann. Dazu spricht man einfach in die Hand, und der Optimierer übernimmt den Rest. Er gleicht auch mit früheren Posts ab und gibt eine Warnmeldung auf die holografische Brille des Träger ab, sollte dieser zu sehr von seiner früheren Meinung abweichen.

Meine Hablosts heute sind – wie immer: Joachim, ein cholerischer Müllmann; Linnea Victoria, die gerade in die Vorschule gekommen ist; Hans-Dieter-Detlef, ein pensionierter Oberstudienrat aus Bayern, Mathilda, die Hausfrau und Mutter ist; und Paul, der früher als Beamter gearbeitet hat, jetzt als einer von vielen für die Überwachung der Optimierer zuständig ist und von sich selbst konsequent in der dritten Person spricht. Vielleicht hält er sich für Caesar…

JOACHIM

Hab schon um vier mit diesem * Tag angefangen. * Müll. Und die * * produzieren täglich mehr von dem *.

 

Seit heute müssen wir * * * Sachen anziehen. Reicht ja nicht, dass wir stinken wie die *. Und überhaupt, wenn ich in das * * komme, dass sich mein Zuhause nennt, wartet die * schon mit irgendeinem * auf mich, und als Dank, dass ich das * runterwürge, ohne ihr vor die Füße zu *, darf ich abends nicht mal *. * * Welt! * * Tag! Also wie immer. […]

[Ich mag Joachims Hablosts, auch wenn sie manchmal schwer zu verstehen sind. Der Optimierer macht nämlich aus allen Schimpfwörtern, Beleidigungen und Fehlgriffen im Ton automatisch Sternchen. Dabei berücksichtigt er sogar den Kausalzusammenhang.]

HANS-DIETER-DETLEF

Am heutigen Morgen begann ich meinen Tag mit einem Spaziergang durch den verschneiten Wald, wie immer begleitet von Rudi.

Wir müssen noch Tannengrün sammeln, damit Agathe noch das tausendste Weihnachtsgesteck fertig machen kann. Sie versorgt das halbe Dorf damit. Heute morgen war die Kirche ganz schön voll. Man merkt eben, dass Weihnachten vor der Tür steht, alle besinnen sich auf einmal auf unseren Herrn. Nach dem Gottesdienst hab ich noch mit den Kindern weiter das Krippenspiel geprobt. Sie verstehen einfach nicht, warum wir an dieser Tradition festhalten. Für sie dreht sich alles nur noch um Technik, und um den Fortschritt. Wenn ich daran denke, dass ich diese Kinder jetzt unterrichten müsste! Furchtbare Vorstellung… Die meisten können noch nicht einmal einfachste Ableitungen bilden, und wenn sie

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sehen, sind sie total überfordert. Die Jugend ist einfach total verkommen. Also zu meiner Zeit hätte es so einen technischen Schickschnack wie diese Hablosts nicht gegeben, aber was will man machen. […]

MATHILDA

Ach, endlich fängt die beseelte Weihnachtszeit wieder richtig an. Die Kinder basteln in der Schule schon fleißig an Geschenken, und im Elternrat haben wir grade die Weihnachtsfeier fertig organisiert. Sogar mit Weihnachtsmann, wie früher. Mein Mann wird ja wohl dieses Jahr wieder eine gute Prämie bekommen, der Urlaub über den Jahreswechsel zum Skifahren ist schon gebucht.

 

Dieses Jahr fahren wir nach Portugal. Wenn ich dran denke, was man uns früher alles von globaler Erwärmung weismachen wollte. Der Schnee in Portugal ist jedenfalls unübertrefflich, und die Aussicht beim Wedeln auf den Atlantik grandios. Wir haben extra noch für Liese eine neue Ausrüstung gekauft, mit der alten konnte sie sich ja wirklich nicht mehr sehen lassen. […]

PAUL

Heute hat er schon wieder die ganze Technik neu konfiguriert. Alle Jahre wieder. Da hatte er in der Jugend mal einen Film gesehen: „The same procedure as every year…“ So kommt Paul sich heute auch vor. Und der neue Praktikant! Dass man das seinen Mitarbeitern überhaupt zumutet, noch dazu in der Weihnachtszeit. Paul hat natürlich das große Los gezogen: er ist für den Frischling zuständig.

 

Dabei hat er doch so viel andere wichtige Arbeit! Ohne ihn würden schließlich 0,00002 % aller aktivierten Optimierer unter Umständen nicht mehr richtig funktionieren – eine Katastrophe! Nicht auszudenken, was die Leute anstellen würden, könnten sie nicht ihren obligatorischen Hablost posten. Paul möchte darauf jedenfalls nicht verzichten. Man kann soviele Menschen damit erreichen, und man ist so wichtig. […]

LINNEA VICTORIA

Vor zwei Wochen ist ja endlich mein Optimierer freigeschaltet worden. Bevor wir hablosten dürfen, wollten die wohl erst gucken, wie wir uns in der Vorschule schlagen., Mir macht es schon Spaß. Das meiste weiß ich aber schon. Heute haben wir gelernt, welches Obst welche Farbe hat und wie es schmeckt. Das war ganz schön schwer. Ich hab noch nie eine echte Banane gesehen! Die sind schön süß. Aber der komische grüne Apfel war eklig, so sauer. Dabei sagt Mama immer, früher hat sie die immer gegessen und Äpfel sind total lecker.

 

Ich ess lieber die Vitamine, die sind wenigstens süß. Und ich muss nicht mal kauen. Maja hat mich aber wieder geärgert. Die ist so *. Sie sagt, in ihrem Hablost schreibt sie immer über mich, aber ich kann es ja nicht lesen, weil ich ihr nicht zugeteilt bin. Das ist gemein. Wenn die so weitermacht, sag ichs Augustus Maximus, der arbeitet bei HABLOG, und der kann in alle Hablosts. Da wird sie schon sehen, was passiert, wenn auf einmal die Hablizei kommt, weil sie beim hablosten geschwindelt hat. […]

So verbringe ich meinen Tag mit mir total fremdem Menschen. Ich sehe oder höre nichts von ihnen, nie. Ich lese nur ihre Äußerungen. Jeder von uns macht genau das: Hablosts lesen. Mit anderen Menschen kommen wir kaum noch in Kontakt, höchstens zufällig. Weniger lesen müssen nur ein paar Leute, die in der Forschung arbeiten, und einige , die für die Versorgung der Menschen zuständig sind. Aber Nahrung besteht mittlerweile aus gepressten Kügelchen, die satt machen und ausgewogen sind. So genannte „Zivilisationskrankheiten“ wie Diabetes mellitus sind heutzutage gänzlich unbekannt überall dort, wo wir schon erfolgreich missioniert haben. Und wenn wir erst alle Menschen überzeugt haben, muss niemand mehr hungern und…

RRRRRRIIIIIIIIIIINNNNNNNNGGGGGGG! Reißt mich der Wecker aus dem Schlaf. Vorsichtig schaue ich auf mein Handydisplay. Da steht es ja: 5:30, 6. Dezember 2013. Ich muss noch Nikolaus spielen! Hablosts? Was für ein Quatsch! Was ich da bloß wieder geträumt hab….

 

Ganz ehrlich? Ich kann mir nicht vorstellen, wie es aussehen soll, wenn jeder, wirklich jeder bloggt. Das gibt doch ein einziges Chaos. Ich merke ja, wie viel Zeit ich regelmäßig vor der Kiste hier hocke, um meine Posts zu verfassen. Zugegeben, die sind nicht grade kurz. Aber trotzdem. Klar, ich kann mir gut vorstellen, dass Bloggen immer wichtiger wird, gerade weil Vernetzung nicht mehr nur interdisziplinär Sinn macht. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Bedeutung im Berufsleben zunimmt. Jean Pol schrieb in seinem Beitrag zur Blogparade im letzten SOOC, er blogge, weil er so ein viel breiteres Publikum erreicht, um seine Ideen zu verbreiten. Das klingt für mich logisch. Aber ich will um Gotteswillen nicht überall im Internet über Blogs stolpern müssen, in denen alle möglichen Leute ihr Privatleben blank ziehen.

Und so als kurzes Fazit? Professionelle Netzwerke von Gleichgesinnten, zum Gedankenaustausch, zur Anregung, allgemein Vernetzung? Aber ja! Nur bitte, bitte keine stumpfe Befriedigung des eigenen Geltungsbedürfnisses auf virtuellem Wege. Und ersr recht kein Zwang, das alles auch noch zu lesen 😉

Herr Fuchs meets Tux

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Um mal ein Kinderidol zu bemühen: Ich halte es in diesem Fall mit Pumuckel. “Das reimt sich, und was sich reimt ist immer gut.” …

Wer oder was ist denn jetzt schon wieder Tux? Er kennt die Antwort:tux

Schon seit diesem Sommer habe ich überlegt, ob ich meinen Laptop auf Linux umstellen sollte. Nach einigem googlen und einlesen habe ich dann frustriert das Handtuch geworfen: zu viele Fachtermini, zu technisch, und auch zu viel Angst, bei der Umstellung etwas falsch zu machen und meinen ohnehin langsamen und schon leicht angegrauten Laptop vollkommen unbrauchbar zu machen.

Der Stein, der alles ins Rollen bringt
Am Dienstag kam dann der entscheidende Moment in Form des Vortrags von Marius Melzer vom Chaos Computer Club, auf den ich hier schon näher eingegangen bin. Im Vortrag kam auch das Thema Linux wieder auf. Kontrovers diskutiert wurde unter anderem auch der Einwurf eines Teilnehmers, dass offene Programme als unsicherer empfunden werden, so wie es mir selbst ja auch ging. Diese Bedenken hat Marius Melzer allerdings kompetent und nachhaltig zerstreut. Noch während der Diskussion am Dienstag Abend stand für mich fest: weg mit dem alten Windows XP, hinein in die Gemeinschaft der Linux-Nutzer.

Das war ja mal ein schneller Entschluss. Gleich am Mittwoch habe ich mich daran gemacht, den umzusetzen. Als erstes habe ich mich über die verschiedenen Varianten informiert. Das war an sich ja schon eine Herausforderung. Ubuntu, Suse, Knoppix und viele andere lustige Namen prasselten auf mich ein. Aber was war nun das richtige für mich? Ich bin schließlich kein Informatiker und auch kein Freizeit-Computerfreak, der nachts um zwei nach fünf Litern Kaffee noch schnell ein Programm in die Tasten hackt. Stereotype sind schon was feines 😉

Ich soll mich entscheiden? Muss das sein…?

Wie also entscheiden? Ich wollte etwas, dass ich relativ intuitiv nutzen kann, und dass meinen Hauptbedürfnissen entgegenkommt: Textverarbeitung und Internet. Dafür nutze ich meinen Laptop am meisten. Beim Informieren hat mir diese Seite gut geholfen.

Irgendwann stand dann die Entscheidung: xubuntu sollte es werden.

Lizenz: CC-BY-SA 2.0 Urheber: Canonical Titel: Xubuntu Logo

Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Urheber: Canonical
Titel: Xubuntu Logo

Das ist ein Ableger vom Einsteigersystem Ubuntu, braucht aber wohl etwas weniger Hauptspeicher und ist damit perfekt für meinen altersschwachen Laptop. Was mich als Skeptiker total begeistert hat, war die Möglichkeit, das Betriebssystem vorher zu testen. Für die Installation muss man eine Datei runterladen und auf CD, beziehungsweise in meinem Fall DVD brennen. Wenn man den Rechner dann von der CD aus startet, kann man sich aussuchen, ob man das System gleich installieren oder doch lieber erstmal testen möchte.

Versuch und -oh Wunder- kein Irrtum!

Natürlich habe ich es erst getestet. Ich konnte alles spontan bedienen, es waren keine erkennbaren Probleme in Sicht. Also habe ich meine persönlichen Daten aus Windows auf der externen Festplatte gespeichert, ein paar Mal tief durchgeatmet und auf „Xubuntu installieren“ geklickt. Dann gabs Abendbrot.

Noch bevor ich fertig gegessen hatte, war mein Laptop auf Xubuntu umgestellt. Wow! Ich hätte erwartet, dass die Installation von so einem Betriebssystem wesentlich komplizierter ist und vor allem länger dauert. Abends habe ich mich dann voller Vorfreude an mein neues Spielzeug gemacht 😉

Den Spieltrieb ausleben

Ich konnte sofort alles benutzen. Sogar unser WLAN, dass manchmal echt der Pferdefuß bei allem ist, wurde problemlos erkannt, und nach Eingabe des Schlüssels konnte ich sofort surfen. Bei der Installation schon dabei war außerdem ein Programm zur Textverarbeitung, ein Musikplayer und einiges mehr. Es konnte also sofort losgehen. Ich habe zuerst meine Daten wieder aufgespielt und dann mal versucht, sie zu öffnen – kein Problem. Nur für die PowerPoints war in meinem Fall nichts dabei, aber ich wollte sowieso ein anderes Office-Programm nutzen, bei dem das dabei war. Alles klappte tadellos, ich ging zufrieden ins Bett.

Willkommen in einer anderen Welt

Gestern ging es dann etwas in die Tiefe: die Installation unseres Netzwerkdruckers. Die hatte ich von Windows als gruselig schwer in Erinnerung. Fehlanzeige. Ich musste nur auf „Drucker hinzufügen“ gehen, schon wurde der Drucker angezeigt, verbunden und ich konnte eine Testseite drucken. Scheinbar haben der Drucker und mein Laptop nun endlich ihren Frieden miteinander gefunden 😉

Bisher hat mich nur eine Sache vor ein Problem gestellt: eduroam. Arrrrrrgh! Die Einrichtung habe ich schon bei Windows gehasst. Ich habe mich also schön brav auf der TU-Seite informiert, wie ich eduroam unter Linux nutzen kann, und bin aus allen Wolken gefallen: Freakalarm! 😉 Nach kurzem Schaudern habe ich die Herausforderung angenommen, und das ging dann doch sehr technisch zu.

So schnell wird man ein Freak 😉

Erst Scripte schreiben, dann im Terminal komische Befehle eingeben, warten was passiert, und zwischendurch gefühlt durch alle Linuxforen des Planeten googlen. Alles zwecklos. Ich habe es nicht hinbekommen. Irgendwann habe ich die entsprechende Frage frustriert in einem der Foren gepostet. Nach Mitternacht. So schnell kann die Freakwerdung von sich gehen.

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vom Kranführer zum Informatikfreak 😉

Als ich dann heute in der Uni meinen Laptop gestartet habe, war ich überrascht. Er hat eduroam einfach erkannt, mich nach den Zugangsdaten und dem Passwort gefragt, und drin war ich. Scheinbar habe ich also was richtig gemacht, oder zumindest nichts falsch 😀

Und wie weiter?

Mein persönliches Xubuntu-Fazit: Juchee! Das meiste läuft interaktiv, wenn was nicht passt bekomme ich Hilfe die mir weiterhilft, im Gegensatz zu der bei Windows, und als kleines Sahnehäubchen geht mein alter Laptop jetzt wieder sowas von flott! Wenn ich ihn unter Windows hochgefahren habe, hat es vom Start bis zu dem Moment, wo ich ihn wirklich nutzen konnte, ohne dass es hing, so lange gedauert, dass ich mir in der Zeit einen Tee kochen konnte. Jetzt kann ich mir nicht mal ein Glas Wasser holen 😉

Ich denke, ich habe noch einiges zu entdecken, bin aber angenehm überrascht von Linux und der Hilfsbereitschaft der Community.Das Freak-Image ist für xubuntu auf jeden Fall übertrieben! Pumuckel hat mal wieder recht gehabt…

SOOC1314 meets CCC – mein persönlicher HEUREKA-Moment

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SOOC1314 meets CCC

Am Dienstag gab es beim SOOC1314 einen Zusatzvortrag von Marius Melzer vom Chaos Computer Club. Den gesamten Vortrag kann man sich hier anssehen, und ganz ehrlich? Es lohnt sich!

Thema war der Schutz vor Überwachung in Zeiten von prism und der NSA-Affäre. Der Schutz seiner persönlichen Daten im Netz und die Sicherheit im Internet generell sollte ja jedem am Herzen liegen, aber die meisten machen sich einfach viel zu wenig Gedanken darum, wie offen eigentlich alle ihre persönlichsten Informationen im Netz “rumliegen”. Da nehme ich mich auch nicht unbedingt aus. Klar, man weiß, es gibt die NSA, alles läuft in den USA zusammen, wer will, kann an alle Daten ran, und so weiter und so weiter. Aber bei mir ist es ein bisschen wie mit dem Rauchen: als ich noch geraucht hab, wusste ich auch um die Risiken, ich habe sie einfach nur ignoriert. Seit ich aufgehört habe, frage ich mich immer wieder, wie ich überhaupt jemals rauchen konnte …

Konsequenter Schutz für alles und jeden

Wie kann man sich also schützen? Der Vortrag von Marius Melzer war ehrlich gesagt eine Offenbarung, wenn man so will. Leicht verständlich auch für Nahezu-Komplett-Laien wie mich hat er erklärt, wie Datenübertragung im Internet überhaupt funktionieren kann und welche Stellen man absichern sollte: alle natürlich. Sender, Empfänger, alle beteiligten Server und alle Übertragungswege.

Einiges sollte man ja inzwischen verinnerlicht haben: Virenscanner, Firewall sowie aktuelle und vertrauenswürdige Software sind wichtig zum Schutz des eigenen PCs, das ist mittlerweile ja schon fast common knowledge. Aber setzt man das deswegen auch um? Diese Frage kann nur jeder für sich beantworten, aber wenn ich an meinen Umgang mit dem Antivirenprogramm in der Vergangenheit denke, möchte ich mich ab liebsten selbst in die Ecke schicken, zum Schämen…

Hinsichtlich der Software gibt Marius Melzer übrigens einen meiner Meinung nach so einfachen wie spannenden Tipp: Einer Software, die nicht quelloffen ist, kann man nicht vertrauen. Da könnte ja schon von Haus aus eine Hintertür eingebaut sein, die jedem den Weg zu meinen Daten zeigt… Und bei offener Software kann jeder sehen, was Sache ist. In dem Fall befassen sich auch sehr, sehr viele Leute mit den vorgenommenen Änderungen, sodass falsche Änderungen und Sicherheitslücken ziemlich schnell auffallen. Software bedeutet hier übrigens auch Betriebssystem. Ein interessanter Gedanke, mit dem man sich mal näher auseinandersetzen sollte.

Tipps und Tricks vom CCC

Wenn ich nun meinen eigenen PC gesichert habe, geht es erst richtig ans Eingemachte. Schließlich will ich ja auch die Kommunikation im weitesten Sinne schützen. Marius Melzer gibt dazu in seinem Vortrag sehr viele praktische Tipps, alles ist auf Anwendbarkeit angelegt. Ein für mich interessanter Tip ist beispielweise der TOR-Browser, den man sich hier runterladen kann.

Dieses nette kleine Ding mit der Zwiebel sorgt dafür, dass die Übertragung von Informationen über drei zufällig ausgewählte Server geleitet wird. Dadurch ist die eigene IP-Adresse nicht mehr ohne weiteres nachvollziehbar. Beim Vortrag wurde auch eine schöne Folie gezeigt, die wohl im Rahmen des NSA-Skandals aufgetaucht ist. Sie heißt „Tor stinks“ und verdeutlicht, warum die Datensammler TOR nicht mögen: man kann die Identität nicht mehr gezielt nachvollziehen,. Wenn man Glück hat, bekommt man zwar ein paar Zufallstreffer, aber das wars dann auch. Beim Surfen mit TOR  muss man nur einige Regeln beachten, die aber auch angezeigt werden. So sollte man etwa keine Plugins benutzen, weil diese die eigene IP-Adresse verraten könnten, da sie nicht über TOR laufen, wenn ich das richtig verstanden hab.

foto torbrowser

Let there be light!

Was mich auch ziemlich beeindruckt hat, war Lightbeam. Das ist ein Firefox-Addon, dass die eigene „Verstrickung“ im Netz – bewusst und unbewusst!- grafisch darstellt. Irgendwie ist es auch beängstigend zu sehen, was da alles im Hintergrund mitläuft. Ich nutze das Addon erst seit drei Tagen, und es sieht jetzt schon so aus:

foto lightbeam

Da sieht man direkt, wie vernetzt alles ist. Und dass auch Seiten auf meine Daten haben, die ich NIE besucht habe… Gruselig.

aeoihtfnakjgvaeiu@mailinator.com

Weitere im Vortrag angesprochene Themen waren etwa die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Mails, P2P-Angebote und und und. Viele neue Begriffe, die aber Marius Melzer in seinem Vortrag viel besser erklärt, als ich es hier könnte. Was mir noch besonders in Erinnerung geblieben ist: der Mailinator. Mit diesem kann man für jede nur erdenkliche e-Mail-Adresse sofort das Postfach öffnen, ohne sich irgendwo registrieren zu müssen. Wozu man das braucht? Wenn man sich irgendwo anmelden will, etwa in einem Forum, wo man außer der Registrierungsmail keine Nachrichten erhalten möchte, aber eine e-Mail-Adresse angeben möchte, hilft der Mailinator. Ohne Zugriff auf personenbezogene Daten. Da bleibt das „echte“ eigene Postfach schön spamfrei 🙂 Wie das technisch funktioniert? Keine Ahnung 😀 Aber es gibt tatsächlich ein Postfach für obige Mailadresse. Wirklich. Ich habs probiert. Das Leben steckt voller Überraschungen… 😀

Hilflos ausgeliefert?

Es gibt also eine ganze Menge, was man für seine eigene Sicherheit tun kann. Man ist keinesfalls einer totalen Überwachung ausgeliefert, sondern kann mit bewusstem und reflektierten Umgang einiges erreichen. Es macht nur erstmal Arbeit, sich damit auseinander zu setzen.

Und wie siehts jetzt praktisch aus?

Der Vortrag von Marius Melzer war aus meiner Sicht ein voller Erfolg und ein echtes Highlight. Ich habe mich keine Minute gelangweilt, und alles war durchaus nachvollziehbar, sinnvoll und praxisorientiert. So viel Positives erlebt man im Unialltag nur selten auf einmal, aber der SOOC1314 verwöhnt in dieser Hinsicht wirklich 😉

Übrigens hat mich der Vortrag darin bestärkt, ein lang gehegtes Vorhaben in die Tat umzusetzen: die Umstellung meiner alten, langsamen Laptop-Krücke auf Linux. Dazu wird es aber noch einen eigenen Post geben, das würde hier den Rahmen sprengen 😀