Learning Analytics und E-Portfolio – als Digitalmuffel?

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Nach einer kurzen Einstimmung machen wir beide uns also direkt wieder an die Arbeit.

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Im letzten Themenblock des SOOC1314 geht es um Methoden zur Beobachtung und Analyse digital vernetzter Lernprozesse, wie beispielsweise E-Portfolios und Learning Analytics. Unter letzterem kann ich mir irgendwie noch nichts richtig vorstellen. Ich weiß nur, dass es sich dabei um die Erfassung und Analse von Daten über Lernende und ihre Umgebung handelt. Ziele dabei sind ein besseres Verständnis vom individuellen Lernprozess und seiner Umgebung. Dies soll auch genutzt werden, um eben diesen Prozess und seine Umgebung zu verbessern.

E-Portfolios an der TU Dresden

E-Portfolios sind mir da schon vertrauter. In diesem Semester nutzt einer meiner Dozenten diese Funktion in OPAL zum Erbringen der Prüfungsleistung. Das läuft im Rahmen eines TUDfolio-Projektes und hat mich genauso positiv überrascht wie der SOOC. Ich habe ja schon an verschiedenen Stellen erwähnt, dass ich der zunehmenden Digitalisierung der Welt eher kritisch gegenüber stehe und prinzipiell damit nicht so viel anfangen kann. Dachte ich.

Die E-Portfolios auf OPAL sind eine echte Alternative, wenn auch die Funktion nicht grade intuitiv bedienbar ist. TUDfolio und allen voran Andrea helfen da aber weiter. Dafür auch von dieser Seite mal ein DANKE!

Im konkreten Fall läuft das so, dass der Dozent Portfolio-Aufgaben bereitstellt, welche per Mausklick abgeholt und anschließend bearbeitet werden können. Die Aufgabenstellungen sind dabei abhängig vom Wochenthema des Seminars. Entsprechend der Aufgabenstellung werden dann verschiedene Artefakte ins Portfolio eingebungen: Links beispielsweise oder Dokumente. Man kann auch ein eigenes Lerntagebuch anlegen, sozusagen eine Art Mini-Blog, der nur auf der Lernplattform verfügbar ist und auch dann nur an der Stelle, wo man ihn einbindet. Hier kann man über Gelesenes reflektieren oder seine eigenen Erfahrungen und Meinungen einbringen.

Nach dem Freigeben der Sammelmappe können dann andere ihre Kommentare da lassen, je nachdem, für wen man die Mappe freigegeben hat. Ob man eine bestimmte Person, eine Gruppe oder gleich alle OPAL-Nutzer wählt, muss jeder selbst von Fall zu Fall unterscheiden. Das Feedback könnte manchmal etwas umfangreicher sein, aber das liegt sicher auch daran, dass viele sich erst mit dieser Art der Aufgabenstellung anfreunden müssen.

Ist das was für mich?

Mir kam es bei meinem Lernen allerdings sehr entgegen. Ich teile mir meine Zeit lieber so ein, wie ich es brauche, ich muss mich sehr stark organisieren, um neben dem Studium alles unter einen Hut zu bekommen. Und das E-Portfolio nimmt schonmal ziemlich Druck aus der Prüfungszeit. Es ist ein gutes Gefühl, kurz vor Beginn der Prüfungen zu wissen, dass man eine Prüfungsleistung schon im Semester fertig gemacht hat.

Das läuft allerdings kontinuierlich. Man setzt sich ja im Verlauf eines Seminars meist eh mit einigen Themen intensiver auseinander. Daran ändert sich in dem Fall nichts, nur dass es als Prüfungsleistung anerkannt wird. Ich hätte am liebsten nur noch solche Seminare! Am besten gleich kombiniert mit MOOCs… Also vermutlich ein 180°-turn 🙂

Lebenslange Portfolios?

Und wie kann man nun solche Tools ganz allgemein fürs Lernen, vielleicht sogar fürs LEBENSLANGE Lernen nutzen? Portfolio-Arbeit fängt ja heute schon bei den Kleinsten an. Wie sinnvoll man das findet, muss wieder jeder selbst entscheiden. Ich sage nur soviel: ich finde Portfolios sehr sinnvoll, aber wenn die Kindergärtnerin schon für 15 Kinder welche führen muss, soll sich das auch in der Betreuung wiederspiegeln. Da sollte man mal darüber nachdenken, mehr Leute auszubilden und einzustellen und vernünftig zu bezahlen, als den immer weniger werdenden immer mehr Arbeit aufzuhalsen, wie gut und wichtig auch immer diese ist… Mehr sag ich nicht 😉

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Veröffentlicht am 17. Januar 2014 in SOOC1314, Themenblock IV und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Ein Kollege von mir gibt nebenberuflich IT-Kurse für Kindergärtner. Hier ist ja neben dem Aufwand erst einmal das Können ein starkes Problem: Ein Bild mal zuschneiden, Fotos überhaupt erst einmal auf den Rechner laden etc. Das können schon große Hürden sein. Zudem muss man dabei noch stärker aufpassen: diese Portfolios kann man nicht einfach als WordPress-Blog führen. Ich glaube die haben das erst einmal über simple Word-Seiten gelöst, aber auch hier: wie legt man sowas strukturiert ab?
    Dennoch finde ich es auch gut, dass so angegangen wird. Und ja: dafür sollte es dann mehr Zeit geben und/oder mehr Personal (aber das schickt man ja aktuelle lieber in Kasernen *hust*)

  2. Bei OPAL gibt es eine Portfoliofunktion? Ui, das war mir bisher nicht klar – ich kannte OPAL bisher nur als Plattform fürs Einschreiben in einen Kurs, die Kommunikation mit Dozent und Kursteilnehmern und natürlich den Austausch von Kursmaterial. Danke, dass du darauf aufmerksam gemacht hast! Wie auch in deinem Beitrag anklingt, ist die Bedienung bei OPAL leider nicht gerade intuitiv machbar – ich denke, dass meine Unkenntnis (trotz bereits jahrelanger Nutzung!) dieser und vielleicht noch weiterer Funktionen von OPAL auch damit zu begründen ist, dass diese Funktionen nicht problemlos erreichbar sind und Gestaltung und Aufbau der Seite auch nicht grade zur Entdeckungstour einladen. Da besteht auf jeden Fall noch einiges Verbesserungspotenzial – oder die Plattform wird eben abgelöst und gegen eine andere getauscht, was ja auch nicht grade eine Seltenheit ist. Ein Kommen und Gehen…

  3. Da wird nichts abgelöst werden. OPAL ist eine gemeinsame Plattform der sächsischen Hochschulen, da stehen zu viele stategische Entscheidungen dahinter. Aber ja: etwas E-Portfolio-artiges gibt es dort auch. Die Andrea kennt sich da aus.

  4. Stimmt, ich kannte das vorher auch nicht. Aber Andrea und das Team von TUDfolio haben das dieses Semester in einigen Kursen gemeinsam mit den Dozenten ausprobiert (kann Andrea bestimmt besser erklären). Jedenfalls hat bei mir Dr. Zeuner in einem Seminar alle Prüfungsleistungen über das Portfolio abgedeckt. War sozusagen der Überraschungseffekt in der ersten Stunde 🙂 Gab auch von einigen gleich richtig Gemecker. Aber er ist ja sowieso sehr offen für neue Ansätze und Ideen, das gefällt mir persönlich richtig gut, so sollte Lehre eigentlich sein…

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