Archiv für den Monat Januar 2014

SOOC1314 – was hat’s mir gebracht?

cropped-banner_1314

Jetzt ist der SOOC1314 auch fast schon wieder rum. Am Anfang war ich ja skeptisch: Social Media und Lernen, geht das überhaupt zusammen? Wie soll sowas aussehen? Ist das nicht nur ne fixe Idee, erdacht von Leuten, die ihren Facebook-Konsum rechtfertigen wollen…?

Verfliegende Skepsis

Schon nach dem Einführungsworkshop in Dresden war mir klar: so einfach ist das Ganze nicht. Im Gegenteil, in Möglichkeiten wie MOOCs und OERs stecken jede Menge Arbeit (vielleicht sogar mehr als bei herkömmlichem „Unterricht“) und viel Herzblut.

Ich wollte den SOOC also als Herausforderung für mich selbst begreifen und entsprechend rangehen. Gleich im ersten Themenblock ging es ans Eingemachte: Lernen und Lehren 2.0: (Lern-)Theorien und Gestaltungsansätze war das Thema, und es standen einige Aufgaben zur Auswahl. Dort ist mir besonders das tolle Konnektivismus-Video von ejuba in Erinnerung geblieben. Mein Beitrag zur PLE gefällt mir nach wie vor sehr gut, auch wenn man dort sicher noch mehr in die Tiefe gehen kann. Aber ich hatte mich ja bewusst für diese Herangehensweise entschieden.

Schwer beeindruckt

Der zweite Themenblock ist mir auf mich den tiefsten und nachhaltigsten Eindruck von allen gemacht, und damit bin ich sicher nicht allein. Der Vortrag von Marius Melzer vom CCC… ehrlich, muss ich noch was dazu sagen? Also gut, weil’s so schön war: SPITZENKLASSE!!! Sein Vortrag hat bei mir ja direkt zu Konsequenzen geführt, und die Umstellung auf Linux habe ich bisher keine Sekunde bereut. Dieser Themenblock hat auch meinen wohl kreativsten Beitrag hevorgebracht, ein Gedankenexperiment: was wäre, wenn jeder bloggt?

Im zweiten Blog gab es auch noch einen zweiten Vortrag, bei dem es neben einem ersten Einstieg in OERs um die Nutzung von CC-Lizenzen ging. Die waren am Anfang für mich ganz schön verwirrend, aber mittlerweile habe ich sie so verinnerlicht, dass mir der Gedanke daran grade erst beim Kontrolllesen dieses Blogeintrags kam. Eigentlich ja ein schönes Kompliment… 😉

To be continued

Im Gegensatz dazu ist bei mir aus der Live-Session des dritten Themenblocks nicht so viel hängen geblieben, aber es war ja auch ein schweres Erbe. Der dritte Block war insofern interessant als das ich erfahren habe, dass ich mein Vater bin 😉 Aber auch inhaltlich hat es mir viel gebracht. Mit OERs hatte ich mich vorher überhaupt nicht beschäftigt, und mir war auch nicht wirklich klar, dass es sowas gibt. Aber bis letzten Oktober kannte ich ja auch keine MOOCs. OERs sind ein Thema, dass bei mir für die vorlesungsfreie Zeit nochmal auf der Agenda steht, da fühle ich mich einfach noch nicht sehr sattelfest. Aber da kann ich ja glücklicherweise auch nochmal auf die Materialien aus dem SOOC zurückgreifen.

Und im letzten Block? Der Vortrag war spannend, weil ich mich dieses Semester in einem Seminar von Dr. Zeuner ebenfalls mit E-Portfolios beschäftige(n musste). Da war es sehr aufschlussreich zu sehen, wie weit das Ganze andernorts schon gekommen ist. Ich selbst bin ja seit diesem Semester gelinde gesagt glühend begeistert von MOOCs, E-Portfolios, sozialen Medien und Vernetzung 😉 So einen Sinneswandel hätte ich jedenfalls nicht erwartet.

Lob und … keine Kritik

Und was hat mir am besten gefallen? Da gab es einfach zu viel, um alles zu nennen. Positiv überrascht hat mich auf jeden Fall die recht enge Vernetzung der Teilnehmer untereinander, man hat recht schnell Leute gefunden, die auf einer ähnlichen Wellenlänge liegen. Und das, obwohl fast alle Teilnehmer nicht unter ihrem Klarnamen agieren. Auch die Gastgeberinnen waren immer präsent und haben immer wieder gute Anregungen gegeben. Es war auch spannend, die Meinung der anderen zu lesen, vor allem rumbelwumbels Beitrag zum Thema „Verenglischung“ hat für Wirbel gesorgt.

Kritik am SOOC kann ich kaum anbringen. Wie bereits erwähnt, war ich immer wieder positiv überrascht. Der einzige Kritikpunkt aus meiner Sicht wäre, dass der SOOC schon vorbei ist 😦

Mein Favorit

Zum Abschluss noch der Link zu meinem absoluten Lieblingsbeitrag im SOOC: And the Oscar goes to…. EJUBA 😀 Ihr tolles Hörspiel zum Thema lebenslanges Portfolio ist echt fantastisch, und die Kommentare geben das auch gut wieder. Unbedingt anhören!  Für mich ist das sozusagen das abschließende Feuerwerk 🙂

CC BY-NC-ND 2.0 by Madhan Kumar

CC BY-NC-ND 2.0
by Madhan Kumar

Werbeanzeigen

Alles Gephi, oder was?

cropped-banner_1314

familie

Ja, was ist das denn? Schick sieht es ja schon aus, aber hat das einen tieferen Sinn, vom künstlerischen mal abgesehen…?

Hat es. Für den letzten Themenblock des SOOC1314 habe ich mich mal mit der OpenSource Software Gephi beschäftigt. Quelloffen ist ja immer gut, wenn wir uns an dieser Stelle an den Vortrag von Marius Melzer vom CCC erinnern, über den ich hier geschrieben habe. Nun also Gephi. Was ist denn das schon wieder?

Netzwerkanalyse mit Gephi

Gephi ist ein Programm zur Visualisierung von Netzwerken jeder Art. Zuerst sah es ziemlich verwirrend aus, aber mit dem Tutorial-Video kann man sich schnell einarbeiten. Dort wird beschrieben, wie man seine Facebook-Daten mit Gephi veranschaulicht. Das habe ich zwar auch gemacht, aber da ich Facebook nur sehr eingeschränlt nutze, ist das bei mir nicht sehr aussagekräftig.

Stattdessen habe ich versucht, selbst ein Netzwerk mit Gephi zu erstellen. Bei der Beschreibung im oben erwähnten Video liegt ja eine Datei zugrunde, mit deren Hilfe Gephi selbst das Netzwerk anzeigt, man kann dann nur verschiedene Layouts laufen lassen und nach unterschiedlichen Parametern filtern. Wenn man selbst das Netzwerk erstellt, fängt man sozusagen bei Null an.

Netzwerke selbst erstellen

Der Einfachheit halber habe ich mich entschieden, meine Familie als Grundlage für das Netzwerk zu nehmen. Die ist groß und relativ unübersichtlich, und ich war gespannt, was Gephi daraus machen würde. Die Knoten des Netzwerkes zu erstellen ist einfach, man geht einfach im Menü Data Laboratory auf „add node“ und gibt den Namen des Knotens, in dem Fall der Person, ein. Unter Overview werden die einzelnen Knoten angezeigt. Dort kann man sie auch mit Hilfe eines Mauswerkzeugs verbinden. Die Verbindung ist prinzipiell auch im Data Laboratory unter „add edge“ möglich, dort muss man aber die zu verbindenden Knoten in einem Dropdown-Menüü auswähle, das wird recht schnell unübersichtlich.

Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. …

Die ganzen Knoten zu verbinden ist recht viel Klickerei und manchmal auch verwirrend, aber es hilft, wenn man zwischendurch mit den verschiedenen Möglichkeiten im Layout-Menü etwas rumspielt. Dadurch kommen miteinander verbundene Knoten auch näher an einen Fleck. Je mehr Verbindungen ein Knoten hat, desto mehr rückt er ins Zentrum des Netzwerks. Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass alle bestehenden Verbindungen eines Knotens hervorgehoben werden, wenn man ihn mit dem Mauszeiger berührt. Das führt zu einem wesentlich besseren Überblick.

Wenn man dann glaubt, alle Verbindungen zu haben, kann man verschiedenes damit anstellen. Man kann zum Beispiel zusammengehörende in gleichen Farben darstellen lassen, und man kann die Knotengröße umsetzen. Rein- und rauszommen sowieso, und auch sonst ist die Bedienung nach etwas Einarbeitung relativ unkompliziert.

Wie sieht denn das ganze nun aus? Momentan so hier:

familie3

Je nach verwendetem Algorithmus sieht auch die Darstellung anders aus. Das Bild am Anfang dieses Beitrags ist aus exakt den gleichen Daten entstanden, allerdings noch nicht nach Größe gewichtet und mit einem anderen Algorithmus dargestellt. Welchen man nimmt, ist davon abhängig, was genau man darstellen möchte. Auf dem obigen Bild kann man die einzelnen Teile meiner Familie schon ganz gut farbig unterscheiden.

Nur ein Spielzeug?

Eine schöne Spielerei ist Gephi also auf jeden Fall. Und der tiefere Sinn? Mit einem solchen Programm kann man eigentlich jedes Netzwerk analysieren und daraus Schlussfolgerungen ableiten. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass hinsichtlich der Learning Analytics Daten aus sozialen Netzwerken ausgewertet werden können, um zu sehen, wer mit wem verbunden ist und so Ansatzpunkte für neue Möglichkeiten des Lernens und Lehrens zu finden. Auch die Datenmenge selbst könnte aufschlussreich sein: man könnte etwa auf die Idee kommen, dass jemand wie ich, der kaum bis überhaupt nicht in sozialen Netzwerken unterwegs ist, anders lernt als jemand, der diese intensiv nutzt. Allerdings glaube ich kaum, dass das eine fundierte Schlussfolgerung ist.

Und im Einsatz?

Gephi kann ich mir vor allem in anderen Kontexten des Lernens und Lehrens vorstellen. Es bietet die Möglichkeit, komplexe Netzwerke anschaulich zu machen, unabhängig davon, um was für eine Art Netzwerk es sich handelt. Die Variante der Visualisierung meiner chaotischen Familienverhältnisse ist nur eine Idee. Für meinen persönlichen Lernzusammenhang in den Geisteswissenschaften kann mich mir beispielsweise vorstellen, komplexe Figurenkonstellationen mit Gephi zu erstellen, oder einfach komplizierte Kausalzusammenhänge anschaulicher zu machen.

Insgesamt fällt es mir schwer, mir einen konkreten Einsatz von Programmen wie Gephi vorzustellen. Aber wie bereits erwähnt kann ich mir generell nur schwer vorstellen, wo und wie Learning Analytics wirklich eingesetzt werden. Das bedarf noch mehr Anlesen, und vielleicht hilft da ja auch der Expertenvortrag am Dienstag weiter.

Learning Analytics und E-Portfolio – als Digitalmuffel?

cropped-banner_1314

 

Nach einer kurzen Einstimmung machen wir beide uns also direkt wieder an die Arbeit.

2014-01-17-1248

Im letzten Themenblock des SOOC1314 geht es um Methoden zur Beobachtung und Analyse digital vernetzter Lernprozesse, wie beispielsweise E-Portfolios und Learning Analytics. Unter letzterem kann ich mir irgendwie noch nichts richtig vorstellen. Ich weiß nur, dass es sich dabei um die Erfassung und Analse von Daten über Lernende und ihre Umgebung handelt. Ziele dabei sind ein besseres Verständnis vom individuellen Lernprozess und seiner Umgebung. Dies soll auch genutzt werden, um eben diesen Prozess und seine Umgebung zu verbessern.

E-Portfolios an der TU Dresden

E-Portfolios sind mir da schon vertrauter. In diesem Semester nutzt einer meiner Dozenten diese Funktion in OPAL zum Erbringen der Prüfungsleistung. Das läuft im Rahmen eines TUDfolio-Projektes und hat mich genauso positiv überrascht wie der SOOC. Ich habe ja schon an verschiedenen Stellen erwähnt, dass ich der zunehmenden Digitalisierung der Welt eher kritisch gegenüber stehe und prinzipiell damit nicht so viel anfangen kann. Dachte ich.

Die E-Portfolios auf OPAL sind eine echte Alternative, wenn auch die Funktion nicht grade intuitiv bedienbar ist. TUDfolio und allen voran Andrea helfen da aber weiter. Dafür auch von dieser Seite mal ein DANKE!

Im konkreten Fall läuft das so, dass der Dozent Portfolio-Aufgaben bereitstellt, welche per Mausklick abgeholt und anschließend bearbeitet werden können. Die Aufgabenstellungen sind dabei abhängig vom Wochenthema des Seminars. Entsprechend der Aufgabenstellung werden dann verschiedene Artefakte ins Portfolio eingebungen: Links beispielsweise oder Dokumente. Man kann auch ein eigenes Lerntagebuch anlegen, sozusagen eine Art Mini-Blog, der nur auf der Lernplattform verfügbar ist und auch dann nur an der Stelle, wo man ihn einbindet. Hier kann man über Gelesenes reflektieren oder seine eigenen Erfahrungen und Meinungen einbringen.

Nach dem Freigeben der Sammelmappe können dann andere ihre Kommentare da lassen, je nachdem, für wen man die Mappe freigegeben hat. Ob man eine bestimmte Person, eine Gruppe oder gleich alle OPAL-Nutzer wählt, muss jeder selbst von Fall zu Fall unterscheiden. Das Feedback könnte manchmal etwas umfangreicher sein, aber das liegt sicher auch daran, dass viele sich erst mit dieser Art der Aufgabenstellung anfreunden müssen.

Ist das was für mich?

Mir kam es bei meinem Lernen allerdings sehr entgegen. Ich teile mir meine Zeit lieber so ein, wie ich es brauche, ich muss mich sehr stark organisieren, um neben dem Studium alles unter einen Hut zu bekommen. Und das E-Portfolio nimmt schonmal ziemlich Druck aus der Prüfungszeit. Es ist ein gutes Gefühl, kurz vor Beginn der Prüfungen zu wissen, dass man eine Prüfungsleistung schon im Semester fertig gemacht hat.

Das läuft allerdings kontinuierlich. Man setzt sich ja im Verlauf eines Seminars meist eh mit einigen Themen intensiver auseinander. Daran ändert sich in dem Fall nichts, nur dass es als Prüfungsleistung anerkannt wird. Ich hätte am liebsten nur noch solche Seminare! Am besten gleich kombiniert mit MOOCs… Also vermutlich ein 180°-turn 🙂

Lebenslange Portfolios?

Und wie kann man nun solche Tools ganz allgemein fürs Lernen, vielleicht sogar fürs LEBENSLANGE Lernen nutzen? Portfolio-Arbeit fängt ja heute schon bei den Kleinsten an. Wie sinnvoll man das findet, muss wieder jeder selbst entscheiden. Ich sage nur soviel: ich finde Portfolios sehr sinnvoll, aber wenn die Kindergärtnerin schon für 15 Kinder welche führen muss, soll sich das auch in der Betreuung wiederspiegeln. Da sollte man mal darüber nachdenken, mehr Leute auszubilden und einzustellen und vernünftig zu bezahlen, als den immer weniger werdenden immer mehr Arbeit aufzuhalsen, wie gut und wichtig auch immer diese ist… Mehr sag ich nicht 😉

Hello again

cropped-banner_1314

Und weiter gehts…

Nach einer längeren Pause über Weihnachten und den Jahreswechsel geht es nun mit frischer Energie an den letzten Themenblock des SOOC1314. Echt?! Schon der letzte? Och menno…

Herr Fuchs scheint sich auch gut erholt zu haben, alle Knochen sind noch heil und keine Extremitäten abgefroren, sodass ich wieder auf seine Unterstützung hoffen kann. Im Urlaub hatte er zumindest seine Ruhe vor mir, ich kann und will nämlich nicht Ski fahren. Ich bin eher Typ „Winterschlaf“.

2014-01-17-1253