Ich bin ein Mann. Und um die 40…. Was Google und Facebook wirklich wissen

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Ah ja, mir ist grade einiges klar geworden. Ich hab mich ja immer gefragt, warum ich beim Surfen dauernd irgendwelche nackigen Frauen und aufgemotzte Autos anglotzen muss. Heute habe ich mich durch den SOOC1314 mal selbst gestalkt.

Als erstes habe ich mir die Google-Anzeigeneinstellungen vorgenommen. Mein darauf folgender Lachanfall war mehr als herzhaft 😀

Laut Google bin ich also ein 35 bis 44 Jahre alter MANN, der auf American Football, Autos und Fahrzeuge, Smartphones, Rap, Fernsehwerbung und Tuning steht. Das wollen die aus meinen Aktivitäten bei Youtube und durch die besuchten Webseiten rausgefunden haben.

anzeigeneinstellungen

Bitte?! Nicht nur, dass ich definitiv kein Mann bin, die 30 noch nicht ganz in greifbarer Nähe ist und ich überzeugter Busfahrer bin. Wenn ich mir meinen Verlauf bei Youtube so ansehe, erscheinen da vor allem Videos wie „Peter Alexander und Roy Black schmücken den Weihnachtsbaum“, „Dieter Hildebrandt – Reif und bekloppt (2011)“, Blitzkrieg Bop von den Ramones, diverse extra3-Songs, jede Menge Schlager aus den 20ern und 60/70ern und drumherum, Klassik, Shows von Hans Liberg, verschiedene Militärmärsche, der Titelsong von „Dad’s Army“, verschiedene Werbespots von Molson Canadian... Hey, das erklärt zumindest die „Fernsehwerbung“, daran hab ich gar nicht mehr gedacht. Die Werbespots habe ich mir angeschaut, weil wir die in einer Übung zu Kanada behandelt hatten, und die irgendwie richtig gut sind. Also, Fernsehwerbung ist genehmigt, wenn auch zähneknirschend. Sonst hat es aber wenig mit dem zu tun, was ich laut der Anzeigeneinstellung für Interessen habe.

Aber was bitte ist „Lets Play Pikmin“ ?! Oer „Sido – so wird das neue Album“? Sehr schön ist sicher auch „Verfolgungsjagd auf der Autobahn Dortmund Richtung Hamburg mit Tempo 180 kmh“… HÄ? Das alles hab ich definitiv nie angeschaut. Mir liegt nun mal gar nichts daran, irgendwelchen Idioten dabei zuzusehen, wie sie sich und andere gefährden… Mich wundert nur, dass diese vielleicht zwanzig Videos sich so auf das Profil auswirken. Ich hätte eher was in Richtung 65 – 75 Jahre alt, weiblich, Interesse an Volksmusik, Militär und Satire erwartet. Komisch. Und was diese Videos betrifft… da muss ich wohl mal mein Passwort ändern. Ich weiß genau, wer sich bei uns die Raser und Spielanleitungen ansieht 😉

Das zweite getestete Tool ist der Report über die Facebook-Daten von wolframalpha.com. Erst hab ich das nicht so richtig hinbekommen, aber nach der Registrierung hat es funktioniert – und mich erstaunt. Meine Freundesliste ist eher übersichtlich, die meisten da drauf sind eh Relikte der Vergangenheit, wirklich noch Kontakt hab ich vielleicht mit 10 Personen, großzügig geschätzt. Dank wolframalpha weiß ich jetzt aber, dass der überwiegende Teil meiner Freunde weiblich ist, wer der Älteste und Jüngste ist, ich kenne diverse Beziehungszustände, weiß, wer am weitesten entfernt wohnt (in verschiedenen Richtungen) und wie spät es da ist, wer demnächst Geburtstag hat, die häufigsten Vor- und Nachnamen, wer die meisten Freunde hat… 576?! Echt jetzt? Näääääää….

Soweit also nichts, was man nicht aus den Profilen rauslesen könnte, mit viel mehr Zeitaufwand natürlich. Aber die Grafiken sind interessant: da wird die Vernetzung aller meiner „Freunde“ untereinander angezeigt. Nach zusammengehörigen Gruppen geordnet, und farblich abgesetzt. Familie ist bei mir beispielsweise 18% und grün.

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mein von wolframalpha.com erstelltes Facebook-Freunde-Netzwerk

Aber warum packt wolframalpha meine ungarische Freundin, die ich seit einem Austausch in der 9. Klasse kenne, zu Familie? Ist jetzt ja nicht so verkehrt, aber trotzdem, welche Kriterien werden da angelegt? Oder warum taucht da der Kumpel von meinem Bruder auf? Ah, Erkenntnis: scheinbar werden alle gemeinsamen Freunde von mir und meinem Bruder als Familie gewertet. Jetzt wohne ich zwar in einem Dorf, und wenn man sich genug Mühe gibt, kann man beweisen, dass wir hier alle verwandt oder verschwägert, kurz gesagt total versippt sind. Aber meines Wissens habe ich zwar viele Verwandte, aber fast niemand ist beim Gesichtsbuch, und umgekehrt sind die dort angezeigten Familienmitglieder nur in zwei Fällen wirklich welche.

Dann wird mir noch angezeigt, wer von meinen Freunden viele bzw. wenige Freunde mit mir teilt, wer als Verbindung zwischen Gruppen von Freunden agiert und wer viele bzw. wenige Freunde hat, die ich nicht kenne. Interessant, mal sich selbst zu stalken 😉

So als Fazit bleibt, dass ich beide Tools ziemlich interessant finde, und grade die Anzeigeneinstellungen werde ich mir wohl mal öfter vornehmen, um zu sehen, ob sich da was ändert. Da ich jetzt aber nicht wirklich aktiv bei Facebook bin, ist vielleicht nicht so viel Interessantes dabei. Ich bin gespannt, wie das bei den anderen Teilnehmern aussieht. Hatten wir nicht jemanden dabei, der sich als Facebook-addicted bezeichnet hatte…? Ich würde ja gern mal so ein Netzwerk von über fünfhundert Personen sehen 😀

Zum Schluss habe ich mich mal an eine kleine Umfrage gewagt. Mich würden die Ergebnisse eures Besuchs bei den Anzeigeneinstellungen interessieren. Hat das gepasst? Oder – wie bei mir – überhaupt nicht? Ich bin neugierig! Danke, wenn ihr euch die Zeit nehmt.

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Veröffentlicht am 10. Dezember 2013 in SOOC1314, Themenblock III und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Das Ergebnis ist wirklich amüsant 😀 Dein Link zur Google-Anzeigeneinstellung funktioniert übrigens nicht.

  2. Ich möchte dich darauf hinweisen, dass es sehr gefährlich sein kann, Links einfach aus deinem Browser zu kopieren. Zum Beispiel ist bei deinem “Google Anzeigeneinstellungen”-Link vermutlich eine Session ID angehangen (sig=ACi…).

    Damit identifiziert Google deinen Account, während einer bestimmten Zeit (damit du dich nicht immer neu einloggen musst), wenn du solche Links postest, könnte z.B. jeder deinen kompletten Account klauen. Glücklicherweise hat Google mehrere solcher Techniken (wie Cookies oder IP-Überprüfung), um die Session gegenzuprüfen. Davon kann man im Normalfall aber nicht ausgehen.
    Mehr Information findest du auf http://de.wikipedia.org/wiki/Session_Hijacking.

  1. Pingback: “Google hält mich für einen Mann!” | SOOC13/14

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