Herr Fuchs meets Tux

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Um mal ein Kinderidol zu bemühen: Ich halte es in diesem Fall mit Pumuckel. “Das reimt sich, und was sich reimt ist immer gut.” …

Wer oder was ist denn jetzt schon wieder Tux? Er kennt die Antwort:tux

Schon seit diesem Sommer habe ich überlegt, ob ich meinen Laptop auf Linux umstellen sollte. Nach einigem googlen und einlesen habe ich dann frustriert das Handtuch geworfen: zu viele Fachtermini, zu technisch, und auch zu viel Angst, bei der Umstellung etwas falsch zu machen und meinen ohnehin langsamen und schon leicht angegrauten Laptop vollkommen unbrauchbar zu machen.

Der Stein, der alles ins Rollen bringt
Am Dienstag kam dann der entscheidende Moment in Form des Vortrags von Marius Melzer vom Chaos Computer Club, auf den ich hier schon näher eingegangen bin. Im Vortrag kam auch das Thema Linux wieder auf. Kontrovers diskutiert wurde unter anderem auch der Einwurf eines Teilnehmers, dass offene Programme als unsicherer empfunden werden, so wie es mir selbst ja auch ging. Diese Bedenken hat Marius Melzer allerdings kompetent und nachhaltig zerstreut. Noch während der Diskussion am Dienstag Abend stand für mich fest: weg mit dem alten Windows XP, hinein in die Gemeinschaft der Linux-Nutzer.

Das war ja mal ein schneller Entschluss. Gleich am Mittwoch habe ich mich daran gemacht, den umzusetzen. Als erstes habe ich mich über die verschiedenen Varianten informiert. Das war an sich ja schon eine Herausforderung. Ubuntu, Suse, Knoppix und viele andere lustige Namen prasselten auf mich ein. Aber was war nun das richtige für mich? Ich bin schließlich kein Informatiker und auch kein Freizeit-Computerfreak, der nachts um zwei nach fünf Litern Kaffee noch schnell ein Programm in die Tasten hackt. Stereotype sind schon was feines 😉

Ich soll mich entscheiden? Muss das sein…?

Wie also entscheiden? Ich wollte etwas, dass ich relativ intuitiv nutzen kann, und dass meinen Hauptbedürfnissen entgegenkommt: Textverarbeitung und Internet. Dafür nutze ich meinen Laptop am meisten. Beim Informieren hat mir diese Seite gut geholfen.

Irgendwann stand dann die Entscheidung: xubuntu sollte es werden.

Lizenz: CC-BY-SA 2.0 Urheber: Canonical Titel: Xubuntu Logo

Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Urheber: Canonical
Titel: Xubuntu Logo

Das ist ein Ableger vom Einsteigersystem Ubuntu, braucht aber wohl etwas weniger Hauptspeicher und ist damit perfekt für meinen altersschwachen Laptop. Was mich als Skeptiker total begeistert hat, war die Möglichkeit, das Betriebssystem vorher zu testen. Für die Installation muss man eine Datei runterladen und auf CD, beziehungsweise in meinem Fall DVD brennen. Wenn man den Rechner dann von der CD aus startet, kann man sich aussuchen, ob man das System gleich installieren oder doch lieber erstmal testen möchte.

Versuch und -oh Wunder- kein Irrtum!

Natürlich habe ich es erst getestet. Ich konnte alles spontan bedienen, es waren keine erkennbaren Probleme in Sicht. Also habe ich meine persönlichen Daten aus Windows auf der externen Festplatte gespeichert, ein paar Mal tief durchgeatmet und auf „Xubuntu installieren“ geklickt. Dann gabs Abendbrot.

Noch bevor ich fertig gegessen hatte, war mein Laptop auf Xubuntu umgestellt. Wow! Ich hätte erwartet, dass die Installation von so einem Betriebssystem wesentlich komplizierter ist und vor allem länger dauert. Abends habe ich mich dann voller Vorfreude an mein neues Spielzeug gemacht 😉

Den Spieltrieb ausleben

Ich konnte sofort alles benutzen. Sogar unser WLAN, dass manchmal echt der Pferdefuß bei allem ist, wurde problemlos erkannt, und nach Eingabe des Schlüssels konnte ich sofort surfen. Bei der Installation schon dabei war außerdem ein Programm zur Textverarbeitung, ein Musikplayer und einiges mehr. Es konnte also sofort losgehen. Ich habe zuerst meine Daten wieder aufgespielt und dann mal versucht, sie zu öffnen – kein Problem. Nur für die PowerPoints war in meinem Fall nichts dabei, aber ich wollte sowieso ein anderes Office-Programm nutzen, bei dem das dabei war. Alles klappte tadellos, ich ging zufrieden ins Bett.

Willkommen in einer anderen Welt

Gestern ging es dann etwas in die Tiefe: die Installation unseres Netzwerkdruckers. Die hatte ich von Windows als gruselig schwer in Erinnerung. Fehlanzeige. Ich musste nur auf „Drucker hinzufügen“ gehen, schon wurde der Drucker angezeigt, verbunden und ich konnte eine Testseite drucken. Scheinbar haben der Drucker und mein Laptop nun endlich ihren Frieden miteinander gefunden 😉

Bisher hat mich nur eine Sache vor ein Problem gestellt: eduroam. Arrrrrrgh! Die Einrichtung habe ich schon bei Windows gehasst. Ich habe mich also schön brav auf der TU-Seite informiert, wie ich eduroam unter Linux nutzen kann, und bin aus allen Wolken gefallen: Freakalarm! 😉 Nach kurzem Schaudern habe ich die Herausforderung angenommen, und das ging dann doch sehr technisch zu.

So schnell wird man ein Freak 😉

Erst Scripte schreiben, dann im Terminal komische Befehle eingeben, warten was passiert, und zwischendurch gefühlt durch alle Linuxforen des Planeten googlen. Alles zwecklos. Ich habe es nicht hinbekommen. Irgendwann habe ich die entsprechende Frage frustriert in einem der Foren gepostet. Nach Mitternacht. So schnell kann die Freakwerdung von sich gehen.

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vom Kranführer zum Informatikfreak 😉

Als ich dann heute in der Uni meinen Laptop gestartet habe, war ich überrascht. Er hat eduroam einfach erkannt, mich nach den Zugangsdaten und dem Passwort gefragt, und drin war ich. Scheinbar habe ich also was richtig gemacht, oder zumindest nichts falsch 😀

Und wie weiter?

Mein persönliches Xubuntu-Fazit: Juchee! Das meiste läuft interaktiv, wenn was nicht passt bekomme ich Hilfe die mir weiterhilft, im Gegensatz zu der bei Windows, und als kleines Sahnehäubchen geht mein alter Laptop jetzt wieder sowas von flott! Wenn ich ihn unter Windows hochgefahren habe, hat es vom Start bis zu dem Moment, wo ich ihn wirklich nutzen konnte, ohne dass es hing, so lange gedauert, dass ich mir in der Zeit einen Tee kochen konnte. Jetzt kann ich mir nicht mal ein Glas Wasser holen 😉

Ich denke, ich habe noch einiges zu entdecken, bin aber angenehm überrascht von Linux und der Hilfsbereitschaft der Community.Das Freak-Image ist für xubuntu auf jeden Fall übertrieben! Pumuckel hat mal wieder recht gehabt…

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Veröffentlicht am 29. November 2013 in SOOC1314, Themenbock II und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Das gibt einem schon den Anreiz es ebenfalls zu versuchen. Vor allem, wenn das auch noch alles schneller geht. Aus welchem Jahr ist denn dein Computer?

  2. Dein Post hat eine längere Diskussion im Hause Lißner-Gumpert ausgelöst: Mein Freund „Ja, wieder einer vernünpftig geworden“ und ich entgegne: „Schon irgendwie, aber der Arme kann nun auch nicht mehr MS Office nutzen und muss sich mit komischem Programmcode durch die Probleme wurschteln.“ … es folgenten viele „ja-aber“ und am Ende setzten wir uns beide wieder an unsere Rechner. Ich an mein Win 7, er an sein Ubuntu oder Scientific Linux oder was auch immer. Und beide sind wir glücklich. Daher: Toller Post, schöner Input und viel Potenzial für Kontroversen! Danke dafür!

  3. „vernünftig“ meinte ich natürlich, mit „pf“ sieht das Wort dann doch komisch aus :-/
    Noch was zu Deinen Bildern: Du solltest den Namen mit dem Bild-URL und die Lizenz mit dem Link zur entsprechenden CC-Seite versehen

  4. Es freut mich sehr, dass du so ähnliche Erfahrungen gemacht hast wie ich (nachlesbar unter http://wp.me/p43PBA-2w)! Auch ich war und bin von der Hilfe begeistert, die man in den entsprechenden Foren und Wikis bekommt. Über Xubuntu hatte ich auch nachgedacht, aber nachdem ich mir dann die empfohlenen Systemvoraussetzungen der Distributionen mit etwas aufwendigerer grafischer Oberfläche angesehen habe und die voll für mein System zutrafen, habe ich mich doch für das weniger schmale Kubuntu entschieden. Wie ejuba intressiert auch mich: Wie alt ist dein Laptop denn etwa?

  5. Hallo ejuba, hallo rumbelwumbel,
    mein Laptop geht jetzt straff auf seinen sechsten geburtstag zu und wird sehr ausgiebig für alles genutzt. Mit geht es so ähnlich, wie es rumbelwumbel in seinem Post schreibt: ich probiere gern alles aus, was mir im Internet interessant erscheint. Da müllt man sich aber auch fix alles zu 😉 Und seit der Umstellung auf Linux bin ich begeistert, was mein altes Teil noch alles kann, und vor allem wie schnell. Ich war schon kurz davor, ihn zu verschrotten 😉

  1. Pingback: Warum Linux eben doch besser ist | rumbelwumbel

  2. Pingback: Zusammenfassung des Themenblock II aus Teilnehmersicht | SOOC13/14

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