Archiv für den Monat November 2013

Herr Fuchs meets Tux

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Um mal ein Kinderidol zu bemühen: Ich halte es in diesem Fall mit Pumuckel. “Das reimt sich, und was sich reimt ist immer gut.” …

Wer oder was ist denn jetzt schon wieder Tux? Er kennt die Antwort:tux

Schon seit diesem Sommer habe ich überlegt, ob ich meinen Laptop auf Linux umstellen sollte. Nach einigem googlen und einlesen habe ich dann frustriert das Handtuch geworfen: zu viele Fachtermini, zu technisch, und auch zu viel Angst, bei der Umstellung etwas falsch zu machen und meinen ohnehin langsamen und schon leicht angegrauten Laptop vollkommen unbrauchbar zu machen.

Der Stein, der alles ins Rollen bringt
Am Dienstag kam dann der entscheidende Moment in Form des Vortrags von Marius Melzer vom Chaos Computer Club, auf den ich hier schon näher eingegangen bin. Im Vortrag kam auch das Thema Linux wieder auf. Kontrovers diskutiert wurde unter anderem auch der Einwurf eines Teilnehmers, dass offene Programme als unsicherer empfunden werden, so wie es mir selbst ja auch ging. Diese Bedenken hat Marius Melzer allerdings kompetent und nachhaltig zerstreut. Noch während der Diskussion am Dienstag Abend stand für mich fest: weg mit dem alten Windows XP, hinein in die Gemeinschaft der Linux-Nutzer.

Das war ja mal ein schneller Entschluss. Gleich am Mittwoch habe ich mich daran gemacht, den umzusetzen. Als erstes habe ich mich über die verschiedenen Varianten informiert. Das war an sich ja schon eine Herausforderung. Ubuntu, Suse, Knoppix und viele andere lustige Namen prasselten auf mich ein. Aber was war nun das richtige für mich? Ich bin schließlich kein Informatiker und auch kein Freizeit-Computerfreak, der nachts um zwei nach fünf Litern Kaffee noch schnell ein Programm in die Tasten hackt. Stereotype sind schon was feines 😉

Ich soll mich entscheiden? Muss das sein…?

Wie also entscheiden? Ich wollte etwas, dass ich relativ intuitiv nutzen kann, und dass meinen Hauptbedürfnissen entgegenkommt: Textverarbeitung und Internet. Dafür nutze ich meinen Laptop am meisten. Beim Informieren hat mir diese Seite gut geholfen.

Irgendwann stand dann die Entscheidung: xubuntu sollte es werden.

Lizenz: CC-BY-SA 2.0 Urheber: Canonical Titel: Xubuntu Logo

Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Urheber: Canonical
Titel: Xubuntu Logo

Das ist ein Ableger vom Einsteigersystem Ubuntu, braucht aber wohl etwas weniger Hauptspeicher und ist damit perfekt für meinen altersschwachen Laptop. Was mich als Skeptiker total begeistert hat, war die Möglichkeit, das Betriebssystem vorher zu testen. Für die Installation muss man eine Datei runterladen und auf CD, beziehungsweise in meinem Fall DVD brennen. Wenn man den Rechner dann von der CD aus startet, kann man sich aussuchen, ob man das System gleich installieren oder doch lieber erstmal testen möchte.

Versuch und -oh Wunder- kein Irrtum!

Natürlich habe ich es erst getestet. Ich konnte alles spontan bedienen, es waren keine erkennbaren Probleme in Sicht. Also habe ich meine persönlichen Daten aus Windows auf der externen Festplatte gespeichert, ein paar Mal tief durchgeatmet und auf „Xubuntu installieren“ geklickt. Dann gabs Abendbrot.

Noch bevor ich fertig gegessen hatte, war mein Laptop auf Xubuntu umgestellt. Wow! Ich hätte erwartet, dass die Installation von so einem Betriebssystem wesentlich komplizierter ist und vor allem länger dauert. Abends habe ich mich dann voller Vorfreude an mein neues Spielzeug gemacht 😉

Den Spieltrieb ausleben

Ich konnte sofort alles benutzen. Sogar unser WLAN, dass manchmal echt der Pferdefuß bei allem ist, wurde problemlos erkannt, und nach Eingabe des Schlüssels konnte ich sofort surfen. Bei der Installation schon dabei war außerdem ein Programm zur Textverarbeitung, ein Musikplayer und einiges mehr. Es konnte also sofort losgehen. Ich habe zuerst meine Daten wieder aufgespielt und dann mal versucht, sie zu öffnen – kein Problem. Nur für die PowerPoints war in meinem Fall nichts dabei, aber ich wollte sowieso ein anderes Office-Programm nutzen, bei dem das dabei war. Alles klappte tadellos, ich ging zufrieden ins Bett.

Willkommen in einer anderen Welt

Gestern ging es dann etwas in die Tiefe: die Installation unseres Netzwerkdruckers. Die hatte ich von Windows als gruselig schwer in Erinnerung. Fehlanzeige. Ich musste nur auf „Drucker hinzufügen“ gehen, schon wurde der Drucker angezeigt, verbunden und ich konnte eine Testseite drucken. Scheinbar haben der Drucker und mein Laptop nun endlich ihren Frieden miteinander gefunden 😉

Bisher hat mich nur eine Sache vor ein Problem gestellt: eduroam. Arrrrrrgh! Die Einrichtung habe ich schon bei Windows gehasst. Ich habe mich also schön brav auf der TU-Seite informiert, wie ich eduroam unter Linux nutzen kann, und bin aus allen Wolken gefallen: Freakalarm! 😉 Nach kurzem Schaudern habe ich die Herausforderung angenommen, und das ging dann doch sehr technisch zu.

So schnell wird man ein Freak 😉

Erst Scripte schreiben, dann im Terminal komische Befehle eingeben, warten was passiert, und zwischendurch gefühlt durch alle Linuxforen des Planeten googlen. Alles zwecklos. Ich habe es nicht hinbekommen. Irgendwann habe ich die entsprechende Frage frustriert in einem der Foren gepostet. Nach Mitternacht. So schnell kann die Freakwerdung von sich gehen.

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vom Kranführer zum Informatikfreak 😉

Als ich dann heute in der Uni meinen Laptop gestartet habe, war ich überrascht. Er hat eduroam einfach erkannt, mich nach den Zugangsdaten und dem Passwort gefragt, und drin war ich. Scheinbar habe ich also was richtig gemacht, oder zumindest nichts falsch 😀

Und wie weiter?

Mein persönliches Xubuntu-Fazit: Juchee! Das meiste läuft interaktiv, wenn was nicht passt bekomme ich Hilfe die mir weiterhilft, im Gegensatz zu der bei Windows, und als kleines Sahnehäubchen geht mein alter Laptop jetzt wieder sowas von flott! Wenn ich ihn unter Windows hochgefahren habe, hat es vom Start bis zu dem Moment, wo ich ihn wirklich nutzen konnte, ohne dass es hing, so lange gedauert, dass ich mir in der Zeit einen Tee kochen konnte. Jetzt kann ich mir nicht mal ein Glas Wasser holen 😉

Ich denke, ich habe noch einiges zu entdecken, bin aber angenehm überrascht von Linux und der Hilfsbereitschaft der Community.Das Freak-Image ist für xubuntu auf jeden Fall übertrieben! Pumuckel hat mal wieder recht gehabt…

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SOOC1314 meets CCC – mein persönlicher HEUREKA-Moment

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SOOC1314 meets CCC

Am Dienstag gab es beim SOOC1314 einen Zusatzvortrag von Marius Melzer vom Chaos Computer Club. Den gesamten Vortrag kann man sich hier anssehen, und ganz ehrlich? Es lohnt sich!

Thema war der Schutz vor Überwachung in Zeiten von prism und der NSA-Affäre. Der Schutz seiner persönlichen Daten im Netz und die Sicherheit im Internet generell sollte ja jedem am Herzen liegen, aber die meisten machen sich einfach viel zu wenig Gedanken darum, wie offen eigentlich alle ihre persönlichsten Informationen im Netz “rumliegen”. Da nehme ich mich auch nicht unbedingt aus. Klar, man weiß, es gibt die NSA, alles läuft in den USA zusammen, wer will, kann an alle Daten ran, und so weiter und so weiter. Aber bei mir ist es ein bisschen wie mit dem Rauchen: als ich noch geraucht hab, wusste ich auch um die Risiken, ich habe sie einfach nur ignoriert. Seit ich aufgehört habe, frage ich mich immer wieder, wie ich überhaupt jemals rauchen konnte …

Konsequenter Schutz für alles und jeden

Wie kann man sich also schützen? Der Vortrag von Marius Melzer war ehrlich gesagt eine Offenbarung, wenn man so will. Leicht verständlich auch für Nahezu-Komplett-Laien wie mich hat er erklärt, wie Datenübertragung im Internet überhaupt funktionieren kann und welche Stellen man absichern sollte: alle natürlich. Sender, Empfänger, alle beteiligten Server und alle Übertragungswege.

Einiges sollte man ja inzwischen verinnerlicht haben: Virenscanner, Firewall sowie aktuelle und vertrauenswürdige Software sind wichtig zum Schutz des eigenen PCs, das ist mittlerweile ja schon fast common knowledge. Aber setzt man das deswegen auch um? Diese Frage kann nur jeder für sich beantworten, aber wenn ich an meinen Umgang mit dem Antivirenprogramm in der Vergangenheit denke, möchte ich mich ab liebsten selbst in die Ecke schicken, zum Schämen…

Hinsichtlich der Software gibt Marius Melzer übrigens einen meiner Meinung nach so einfachen wie spannenden Tipp: Einer Software, die nicht quelloffen ist, kann man nicht vertrauen. Da könnte ja schon von Haus aus eine Hintertür eingebaut sein, die jedem den Weg zu meinen Daten zeigt… Und bei offener Software kann jeder sehen, was Sache ist. In dem Fall befassen sich auch sehr, sehr viele Leute mit den vorgenommenen Änderungen, sodass falsche Änderungen und Sicherheitslücken ziemlich schnell auffallen. Software bedeutet hier übrigens auch Betriebssystem. Ein interessanter Gedanke, mit dem man sich mal näher auseinandersetzen sollte.

Tipps und Tricks vom CCC

Wenn ich nun meinen eigenen PC gesichert habe, geht es erst richtig ans Eingemachte. Schließlich will ich ja auch die Kommunikation im weitesten Sinne schützen. Marius Melzer gibt dazu in seinem Vortrag sehr viele praktische Tipps, alles ist auf Anwendbarkeit angelegt. Ein für mich interessanter Tip ist beispielweise der TOR-Browser, den man sich hier runterladen kann.

Dieses nette kleine Ding mit der Zwiebel sorgt dafür, dass die Übertragung von Informationen über drei zufällig ausgewählte Server geleitet wird. Dadurch ist die eigene IP-Adresse nicht mehr ohne weiteres nachvollziehbar. Beim Vortrag wurde auch eine schöne Folie gezeigt, die wohl im Rahmen des NSA-Skandals aufgetaucht ist. Sie heißt „Tor stinks“ und verdeutlicht, warum die Datensammler TOR nicht mögen: man kann die Identität nicht mehr gezielt nachvollziehen,. Wenn man Glück hat, bekommt man zwar ein paar Zufallstreffer, aber das wars dann auch. Beim Surfen mit TOR  muss man nur einige Regeln beachten, die aber auch angezeigt werden. So sollte man etwa keine Plugins benutzen, weil diese die eigene IP-Adresse verraten könnten, da sie nicht über TOR laufen, wenn ich das richtig verstanden hab.

foto torbrowser

Let there be light!

Was mich auch ziemlich beeindruckt hat, war Lightbeam. Das ist ein Firefox-Addon, dass die eigene „Verstrickung“ im Netz – bewusst und unbewusst!- grafisch darstellt. Irgendwie ist es auch beängstigend zu sehen, was da alles im Hintergrund mitläuft. Ich nutze das Addon erst seit drei Tagen, und es sieht jetzt schon so aus:

foto lightbeam

Da sieht man direkt, wie vernetzt alles ist. Und dass auch Seiten auf meine Daten haben, die ich NIE besucht habe… Gruselig.

aeoihtfnakjgvaeiu@mailinator.com

Weitere im Vortrag angesprochene Themen waren etwa die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Mails, P2P-Angebote und und und. Viele neue Begriffe, die aber Marius Melzer in seinem Vortrag viel besser erklärt, als ich es hier könnte. Was mir noch besonders in Erinnerung geblieben ist: der Mailinator. Mit diesem kann man für jede nur erdenkliche e-Mail-Adresse sofort das Postfach öffnen, ohne sich irgendwo registrieren zu müssen. Wozu man das braucht? Wenn man sich irgendwo anmelden will, etwa in einem Forum, wo man außer der Registrierungsmail keine Nachrichten erhalten möchte, aber eine e-Mail-Adresse angeben möchte, hilft der Mailinator. Ohne Zugriff auf personenbezogene Daten. Da bleibt das „echte“ eigene Postfach schön spamfrei 🙂 Wie das technisch funktioniert? Keine Ahnung 😀 Aber es gibt tatsächlich ein Postfach für obige Mailadresse. Wirklich. Ich habs probiert. Das Leben steckt voller Überraschungen… 😀

Hilflos ausgeliefert?

Es gibt also eine ganze Menge, was man für seine eigene Sicherheit tun kann. Man ist keinesfalls einer totalen Überwachung ausgeliefert, sondern kann mit bewusstem und reflektierten Umgang einiges erreichen. Es macht nur erstmal Arbeit, sich damit auseinander zu setzen.

Und wie siehts jetzt praktisch aus?

Der Vortrag von Marius Melzer war aus meiner Sicht ein voller Erfolg und ein echtes Highlight. Ich habe mich keine Minute gelangweilt, und alles war durchaus nachvollziehbar, sinnvoll und praxisorientiert. So viel Positives erlebt man im Unialltag nur selten auf einmal, aber der SOOC1314 verwöhnt in dieser Hinsicht wirklich 😉

Übrigens hat mich der Vortrag darin bestärkt, ein lang gehegtes Vorhaben in die Tat umzusetzen: die Umstellung meiner alten, langsamen Laptop-Krücke auf Linux. Dazu wird es aber noch einen eigenen Post geben, das würde hier den Rahmen sprengen 😀

Schneeballsystem und Ziegenproblem

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Grade kam meine Mutter in unser Wohnzimmer und sah mich frustriert am Laptop sitzen. „Kann ich dir was helfen?“ fragte sie mich. Ich hab geantwortet: „Hm… ich muss noch eine Portfolio-Aufgabe für den [su:k] machen. Den Begriff rausgesucht, getwittert und mit followerpower getaggt hab ich schon. Aber ich kriegs nicht hin, dass in dieses etherpad einzutragen…“ Sie ist ziemlich schnell geflüchtet… 😀

Meine momentane Situation ist damit aber gut beschrieben. Als ich mir die Portfolio-Aufgabe durchgelesen habe, war ich skeptisch. Aber als Twitter-Frischling dachte ich, dass das vielleicht interessant sein könnte. Also gings los. Über die Sooc1314-Seite das Etherpad geöffnet, nochmal nachgegeguckt, dann auf zu Wikipedia und eine zufällige Seite anzeigen lassen, „Aborigine-Missionsstationen“. Nie davon gehört, aber gut. Also schnell getwittert, getaggt mit folloperpower und sooc1314, und hoffen. @rarospirit hat das Ganze auch ziemlich schnell getweetet, aber seitdem war Ruhe.

In der Zwischenzeit habe ich immer wieder versucht, das alles im Etherpad einzutragen. Nachdem ich dann auch mal das für den letzten Onlineworkshop geöffnet hatte, keimten leise Zweifel in mir. Das sah so anders aus…? Außerdem konnte ich für die Twitteraufgabe machen was ich wollte, mein kurzer Beitrag im Etherpad verschwand immer wieder. Da ich damit keinerlei Erfahrung habe, habe ich kurzerhand getwittert: vielleicht steh ich auf der leitung, aber wie geht das mit dem #etherpad? muss ich irgendwo speichern? #sooc1314

Relativ schnell kam auch eine Antwort, dass ich nicht speichern müsse, sondern dass das automatisch passiere. Nun, bei mir ja nicht… Heute bin ich dann des Rätsels Lösung etwas näher gekommen: Ich vermute, dass es ein falscher Link ist, zum Etherpad vom letzten SOOC. Hier mal ein Screenshot, wie das bei mir aussieht:

screenshot etherpad twitteraufgabe

Da fiel mir dann auch auf, dass wir für diese Portfolio-Aufgabe gar nicht WIKIPEDIA nutzen sollten, sondern ZUM-WIKI… ok 😀 also ein Teil war zumindest eigene Blödheit. Ich habe vorhin das ZUM-Wiki noch getestet, dabei bin ich auf das Ziegen-Problem gestoßen. Soweit ich es verstanden habe, geht es dabei um Wahrscheinlichkeit. Ich habe aber auch das nochmal getwittert. Mal sehen, ob es da bessere Ergebnisse bringt. Beim ersten Versuch kam ja außer einem Retweet nicht viel raus.

Für mich war das Ganze eine interessante Erfahrung, um noch mehr mit Twitter in Berührung zu kommen. Es ist sicher auch hilfreich, wenn man viele Follower hat, die den Tweet lesen und weiterleiten, ähnlich wie bei einem Schneeballsystem. Aber grade bei „Randthemen“, die sehr speziell sind, finde ich das Vorgehen nicht sehr zielgerichtet. In solchen Fällen ist es eher Glückssache, ob die Frage ihren Weg bis zu jemandem findet, der sie beantworten kann. Aber vielleicht belehrt mich ja auch das Ziegenproblem eines Besseren 😉

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Ich wäre allerdings echt dankbar, wenn mich mal jemand über das Etherpad aufklären könnte. Lag’s an mir, oder war es ein alter Link? Das müsste doch aber nicht nur mir auffallen? Oder wars vielleicht ganz was anderes?

Mit dieser offenen Frage starte ich nun morgen in den nächsten Themenblock, bei dem es um persönliche und rechtliche Voraussetzungen fürs Konsumieren und Produzieren im Internet geht. Das klingt auf jeden Fall spannend, und bringt sicher auch wieder viele interessante Erkenntnisse! Vielleicht erfahre ich ja am Dienstag im Onlineworkshop auch, ob ich das Ziegenbild oben überhaupt hätte nutzen dürfen. Zum Schluss auf jeden Fall noch die Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ziegenproblem (als gemeinfrei veröffentlicht)
Urheber: Cepheus

In diesem Sinne: auf zum nächsten Themenblock!

Meine persönliche Lernumgebung (PLE)

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Digitale Zweitgeburt?

Nach einiger Zeit – die mir erschreckend lang vorkam – der Internet-Abstinenz (nicht freiwillig, nebenbei bemerkt…) bin ich also pünktlich wieder online, wenn der erste Expertenvortrag des SOOC1314 über die Bühne geht. Mein Internet ist zwar nach wie vor ein Sorgenkind, aber das Wesentliche habe ich doch mitbekommen, sogar ein bisschen mitdiskutieren war drin.

Die heutige Expertin: Anja C. Wagner von ununi.tv über Lernen 2.0, hier gehts auch nochmal zum Mitschitt der Live-Session.

Was bei mir vor allem hängen geblieben ist: die Notwendigkeit der Vernetzung, heute mehr denn je. Jeder von uns weiß etwas, jeder hat Expertenwissen auf irgendeinem Gebiet, egal wie klein es auch sein mag. Da gehe ich auch vollkommen mit der Expertin mit. Und natürlich ist die Sichtbarkeit der jeweiligen Knotenpunkte im Netzwerk wichtig, die jeweiligen Mitglieder müssen also auf sich aufmerksam machen, auf die ein oder andere Weise. Nur bin ich persönlich wohl eher einer der auch erwähnten Menschen, die sich vor allzu viel Sichtbarkeit scheuen. Der Gedanke, dass alles im Internet bleibt, was ich zur Verfügung stelle, und theoretisch auch in 50 Jahren noch abgerufen werden kann, stimmt mich einigermaßen mulmig. Ich bin zwar durch den SOOC1314 mittlerweile recht überzeugt vom Nutzen der sozialen Medien für die Hochschule und das Berufsleben, aber für mein Privatleben spielen soziale Medien nach wie vor eine eher marginale Rolle.

Wichtig bei Ideen wie der von ununi.tv ist auch der Konnektivismus. Was ist das denn nun wieder…? Wenn ich tief im Gedächtnis krame, stoße ich da auf das Thema Lehr-/Lernmethoden, dass in einem Modul meines Studienganges gleich im ersten Semester aufkommt. Damals hat mich das ziemlich frustriert, schließlich studiere ich nicht mal Lehramt. Aber man will ja schließlich immer dazu lernen. Also, Konntektivismus. Im wesentlichen ist diese Methode für mich dadurch gekennzeichnet, dass der Lernende als vernetztes Individum im Mittelpunkt steht. Wichtig ist dabei, dass man sich nicht nur mit anderen Lernenden vernetzen kann, sondern im Netzwerk bilden beispielsweise Bücher, Internetforen, Radiosendungen und und und ihre Knoten. „Wissen ist wissen wo’s steht.“ Das könnte man vermutlich als Maxime des Konnektivismus annehmen, oder zumindest „Wissen ist wissen, wer weiß, wo’s steht.“

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Aber zurück zur Sichtbarkeit im Knotennetzwerk. Damit Konnektivismus in der Praxis funktionieren kann, muss man erstmal vernetzt sein. Bei einem Experiment auf Twitter sollten wir genau das testen: ob und wie Konnektivismus praxistauglich ist. Also schnell Wikipedia geöffnet, einen zufälligen Artikel öffnen lassen und den Begriff an die #followerpower weitergereicht. In meinem Fall war das „Aborigine-Missionsstationen“. Gut, darunter kann ich mir zumindest vage etwas vorstellen. Mein Problem ist und war eher folgendes: wenn ich kaum follower habe, was bringt mir dann die followerpower? Klar, wer den tweet liest, kann ihn für seine follower retweeten, wie es beispielsweise @rarospirit dankenswerterweise gemacht hat. Das erhöht natürlich die Chance, jemanden zu erreichen, der sich mit dem Thema auskennt. Aber hundertprozentig überzeugt bin ich zumindest von diesem Teilaspekt nicht.

Auch die Öffentlichkeit bereitet mir nach wie vor Kopfzerbrechen. Es ist mir schon klar, dass jeder wissen möchte,  mit wem er es zu tun hat, auch im digitalen Bereich. Im Bereich des SOOC1314 will ich aber eher erstmal die Möglichkeiten testen können, mit der Freiheit, nicht unter meinem Klarnamen agieren zu müssen. Wobei mir auch klar ist, dass man den mit etwas Aufwand ziemlich schnell rausbekommt… Aber grade mit Fotos bin ich doch vorsichtig. Nicht nur wegen dem Urheberrecht, um das Problem zu vermeiden, benutze ich fast nur eigene Bilder. Auch die Creative Commons Lizenzen erschließen sich mir nicht wirklich. Aber zum Thema Rechtliches im Internet soll ja auch noch Input beim SOOC1314 kommen. Mein Problem mit Fotos allgemein ist eher die Privatsphäre. Was noch in Ordnung ist und was nicht, muss jeder für sich entscheiden. Ich könnte jedenfalls nicht ruhigen Gewissens die Bilder meines Sohnes für alle sichtbar bei Facebook hochladen oder gleich ganz frei ins Internet stellen, oder jedes noch so langweilige „Event“ in meinem Leben mit einem Post bei Twitter honorieren.

Aber ich schweife ab. Fakt ist, dass diese digitale Zweitgeburt mir zuwider ist, und ich nur Dinge veröffentlicht sehen will, hinter denen ich stehe und für die ich mich aller Voraussicht nach nicht irgendwann schäme. Solange man soziale Medien reflektiert und verantwortungsvoll nutzt, sollte das meiner Meinung nach auch kein Problem darstellen.

Also, als Fazit: konnektivistisch sein, die neuen Medien bewusst für seine Zwecke einsetzen und sich dabei selbst treu bleiben. Das sollte ja zu schaffen sein 😉 Und wenn man nicht grade einen Begriff wie „Aborigine-Missionsstationen“ hat, bekommt man mit der #followerpower vielleicht sogar Unterstützung…

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Erste Onlinesession? Check!

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Zwei Tage nach der ersten Onlinesession im SOOC 1314 ist wieder mal Zeit für einen Zwischenstand. Zwar hat sich während der Sitzung im AdobeConnect kurzzeitig mein Laptop geweigert, unser Internet zu verwenden, aber nach einem Neustart ließ er sich doch noch überzeugen. Glücklicherweise wird die Veranstaltung ja aufgezeichnet, sodass ich mich nicht zu sehr geärgert habe 🙂 Vom „Kanal“ AdobeConnect selbst bin ich gelinde gesagt begeistert! Und auch der Fakt, dass man zu Hause gemütlich irgendwo sitzen und lernen kann, statt sich in überfüllte Hörsäle zu quetschen, ist nicht zu verachten. Einziger Wermutstropfen: Andreas Kekse, die wir im Präsenzworkshop sofort lieben gelernt haben, waren natürlich auch nur virtuell verfügbar 😉 Zum Glück hatte ja Herr Fuchs vorgesorgt. Nur abgegeben hat er nicht…

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Insgesamt war der Onlineworkshop – soweit es mich betrifft – eher eine Art Familienaktion als einsames Vor-sich-hin-muddeln. (Ich hoffe, dass sich jetzt kein Nicht-Sachse ausgegrenzt fühlt 😉 Aber die Synonyme, die mir im Moment einfallen, sind auch nicht besser… Wer es besser beschreiben kann, hinterlässt bitte nen Kommentar :D) Bis jetzt geht der MOOC-Ansatz also für mich auf.

Richtig los gehts dann am Montag, nachdem wir uns ja bisher eigentlich mehr mit den technischen und organisatorischen Basics beschäftigt haben. In den kommenden zwei Wochen wird Lernen und Lehren 2.0:
(Lern-)Theorien und Gestaltungsansätze unser Thema sein. Dass als Konzept eher der Konnektivismus zugrunde liegt, wurde ja schon beim allerersten Treffen erwähnt und ist irgendwie auch ziemlich logisch 😉 hier gehts zu einem wunderbaren Artikel über Konnektivismus in Verbindung mit MOOCs, bei dem auch Kritik zur Sprache gebracht wird. WEr sich dann noch weiter damit befassen möchte, kann sich ja mal die genannten Quellen näher ansehen…

Ich selbst bin schon recht neugierig, in welche Richtung am Montag die Impulse unserer Gastgeberinnen gehen werden, und wie die eigentliche Arbeit im SOOC dann wird. Im Moment machen wir uns alle ja erstmal warm 😉 Und schon jetzt verbringe ich wesentlich mehr Zeit am PC als erst. Aber wenn auch alle ständig so interessante Sachen  twittern und posten… Henrys Post vom 6. November beispielsweise gibts hier. Er verweist auch auf eine Präsentation, die schon mal erste Fragen des Urheberrechts beantwortet. Persönlich finde ich es ja ziemlich spannend zu sehen, wie andere sich mit dem Thema MOOCs auseinander setzen und ihre ersten Schritte bei twitter, wordpress und co. wagen. Und um zum Schluss nochmal einen Kommentar wieder aufzunehmen: Oma will sich demnächst mal die Aufzeichnung vom Onlineworkshop vom Dienstag ansehen, weil sie das Konzept des MOOCs spontan richtig gut fand. Nur in ordentlichen deutschen Worten erklären, was ein MOOC und Social Media sind, kann ich immer noch nicht 😀 Das wäre vielleicht auch noch mal was zum Kommentieren, danke!  

Ein erstes Fazit

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Kurz bevor es morgen Abend mit der ersten Onlinesession des SOOC 1314 weitergeht, eine erste Bilanz. Ich bewege mich nun eine Woche recht aktiv hier und auf twitter. Die Resonanz ist erstaunlich. Ich hätte erwartet, dass sich das Ganze eher schleppend anläuft, und dass es dauert, bis alle SOOC-Teilnehmer sich orientiert haben. Aber ich konnte schon den ersten anderen Bloggern folgen, und beim mehr oder weniger zufälligen Klick auf die Statistik-Seite von WordPress war ich doch einigermaßen erstaunt, dass mein Blog nach einer knappen Woche auf fast hundert Klicks kommt… Und auch mit twitter komme ich überraschend gut zurecht, auch wenn ich ehrlich gesagt meine Anwendung fürs Handy bevorzuge 🙂 Alles in allem bin ich gespannt, ob ich die Sitzung morgen im Adobe Connect auch ohne technische Störung überstehe, und wie diese Online-Geschichte abläuft. Als Beinahe-Dresdner war der erste Workshop für mich ja noch ganz „gewöhnlich“ und live… Morgen Abend ist zumindest fest vorgemerkt, und Herr Fuchs hat auch schon die Verpflegung organisiert. Da sollte eigentlich nichts schiefgehen können …